Er hat seine Vorjahresform mit in die WM-Saison nehmen können: Luis Brauner, EM-Fünfter und Gewinner der GermanSkills 2025, hat das Auftakt-Qualifying zur Weltmeisterschaft im Herbst gewonnen.
Der 21-jährige Fliesenleger aus dem westfälischen Ascheberg siegte nur knapp vor dem Saarländer Niko Schleicher. Die neuen Teammitglieder Lukas Blos aus Rheinland-Pfalz und der Brandenburger Moritz Herder belegten die Ränge drei und vier. Die erste von vier Runden, über die der Teilnehmer zur Weltmeisterschaft in Shanghai ermittelt wird, fand bei Schlüter-Systems statt; der Sponsor der Fliesen-Nationalmannschaft war zum zweiten Mal Veranstaltungspartner für ein WM-Qualifying.
Mehr Zeit
Für eine Woche wurde die Schlüter Workbox in Iserlohn zum Trainingsort. In zwei Räumen absolvierte die Fliesen-Nationalmannschaft ihren Wettbewerb, eingeteilt in Zweierteams. Insgesamt 24 Stunden bekamen sie Zeit für eine komplexe Aufgabe, die wieder einen starken Praxisbezug aufwies. „Ursprünglich wollten wir dafür nur 22 Stunden vorgeben – wie es bei den WorldSkills üblich ist“, erklärte Bundestrainer Marcel Beyer, der das erste Wettbewerbstraining leitete. „Aber wegen der anspruchsvollen Aufgabe entschieden wir uns, die Zeitvorgabe für dieses Modul zu erhöhen.“

Modul mit Schlüter-Produkten
Erstellt werden musste eine Wand, in die Schlüter-Produkte eingebaut werden sollten wie zum Beispiel „Quadec“-Schienen und Lichtprofile aus der „Liprotec“-Reihe. Zudem bekam die „Waschwand“ eine „Ditra-Heat“-Wandflächenheizung, durch die das Unternehmenslogo führte. Gebaut werden musste ein Waschtisch mit einer Ablage, rechts davon der schräg hochlaufende Fuß, darüber eine Nische. „Die Wand haben wir in zwei Bereiche eingeteilt, die durch ein Bordürenprofil getrennt wurden.“ Auch dafür verwendete das Team ein Schlüter-Produkt, nämlich die „Designline“ – exklusiv versehen mit der Wort-Bild-Marke der Fliesen-Nationalmannschaft.

Zeitintensive Elemente
„Eine Herausforderung stellte die unterschiedliche Dicke der verwendeten Fliesen dar, um eine ebene Fläche zu erreichen“, betonte der Bundestrainer. Dass statt klassischer Silikonfugen die Schlüter-„Dilex“-Dehnfugenprofile verwendet werden mussten, auch das forderte die Teammitglieder heraus. „Diesen Aufgabenpunkt haben sie alle unterschätzt und daher viel Zeit investieren müssen.“

Maßgenauigkeit vor Vollständigkeit
Lediglich einer der vier Fliesenleger konnte die Aufgabe mit dem Schlusspfiff komplett beenden. „Niko Schleicher hat alle geforderten Punkte berücksichtigt.“ Trotzdem gewann Luis Brauner dieses Qualifikationstraining, und das lag an seiner Genauigkeit bei den bewerteten Maßen. „Seine höhere Präzision war ausschlaggebend bei der Punktevergabe“, begründete Marcel Beyer die Abschlussplatzierung. Er selbst zeigte sich von dem Resultat ebenfalls überrascht, „mit diesem Ergebnis hatten wir nicht unbedingt gerechnet.“
Team harmoniert
Mit dem amtierenden Deutschen Meister Lukas Blos und Brandenburgs Landesbesten Moritz Herder hat die Fliesen-Nationalmannschaft in der WM-Saison zwei neue Teammitglieder. „Unsere neu zusammengestellte Mannschaft harmoniert sehr gut, das hat die gemeinsame Woche gezeigt.“ Der kontinuierliche Austausch während des Wettbewerbs zwischen den etablierten und neuen Teammitgliedern habe funktioniert, freute sich Bundestrainer Beyer, „Tipps wurden gegeben, Fragen gestellt und immer wieder wurde nachgeschaut, wie der andere die Aufgabe umsetzt.“


Nächste Runde in Bottrop
Die nächste Qualifikationsrunde wird die Fliesen-Nationalmannschaft erstmals beim Partner Botament absolvieren – im Rahmenprogramm der „Nationalen Fliesenwoche“ in Bottrop. Und dort erwarten die Teamverantwortlichen erneut ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“.