Vier junge Handwerker in roten Arbeitshemden stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.
Der Kader 2026: Lukas Blos, Moritz Herder, Luis Brauner, Niko Schleicher (v. l.) (Quelle: FFN)

Handwerk 2025-12-10T09:43:04.693Z Fliesen-Nationalmannschaft: Ein Quartett auf der „Road to Shanghai“

Das Team steht fest: Mit vier Mitgliedern startet die deutsche Fliesen-Nationalmannschaft in die WM-Saison 2026.

Nach dem entscheidenden Qualifikationswettbewerb Anfang Dezember ist klar, wer an den GermanSkills 26 teilnimmt, bei der über vier Runden der Teilnehmer an den WorldSkills – der Weltmeisterschaft der Berufe – ermittelt werden wird. Zudem soll sich über die GermanSkills das Teilnehmer-Duo am PCI-AlpenCup im Juni qualifizieren.

Sieben Fliesenleger hatten sich insgesamt an dem Ausscheidungswettbewerb beteiligt, der im Ausbildungszentrum des AGV Bau Saar in Saarbrücken stattfand. Neu dabei sind jetzt der amtierende Deutsche Meister und Landessieger von Rheinland-Pfalz, Lukas Blos, und Moritz Herder, der brandenburgische Landesbeste. Niko Schleicher, der den Wettbewerb in Saarbrücken gewann, ist seit Januar 2024 im Team wie auch Luis Brauner – er hatte übrigens bei den EuroSkills 2025 das „Medallion of Excellence“ für seine hervorragenden Leistungen erhalten. 

Quartett wird „Shanghai-Fahrer“ ermitteln

„Alle Teilnehmer haben in Saarbrücken gute bis sehr gute Leistungen gezeigt“, hob Andreas Beyer hervor. Der Teamchef der Nationalmannschaft leitete gemeinsam mit Bundestrainer Heiko Bayer-Oppelt den viertägigen Wettkampf. „Wir hatten uns im Vorfeld bewusst für eine Reduzierung des Kaders auf vier Mitglieder entschieden, damit wir unser Team künftig noch intensiver betreuen können.“ Die beiden neuen Teammitglieder Lukas Blos und Moritz Herder konnten sich gut einstellen auf das für sie ungewohnte Wettkampfpensum. „Das verdeutlichte uns ihren Willen, unbedingt in die Nationalmannschaft aufgenommen zu werden.“ Bei der Zeitvorgabe hatten sich die Trainer für eine Abstufung entschieden: 22 Stunden bekamen die Kandidaten und zwanzig diejenigen, die bereits Wettkampfsaisons absolviert haben. „Uns war es wichtig, den Erfahrungs- und Wissensvorteil auszugleichen und damit einen möglichst fairen Wettkampf durchzuführen“, erklärte Bundestrainer Heiko Bayer-Oppelt die ungewöhnliche Maßnahme. „Und wir können festhalten: Das war die richtige Entscheidung.“

Großes Interesse am Nationalteam

Jeder Teilnehmer musste eine Duschecke mit Boden und Waschbecken gestalten, dazu auf den oberen Teil der Wand ein regionaltypisches Motiv fliesen: die Saarschleife. „Diese Motivauswahl ist für uns immer auch eine Reminiszenz an unsere Gastgeber, die die Trainings unterstützen.“ Zum ersten Mal überhaupt fand ein Wettkampf der Fliesen-Nationalmannschaft im Saarland statt. „Das große Interesse am Team hat uns gefreut“, betonte Bundestrainer Heiko Bayer-Oppelt, „vor allem die Anleitungsstunden mit Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr kamen sehr gut an.“ Etwa zwanzig Azubis aus dem gesamten Saarland waren am letzten Wettkampftag in die Halle 1 gekommen, um die Nationalmannschaft kennen zu lernen und sich – mit Tipps der Teammitglieder – selbst an anspruchsvollen Schnitttechniken zu versuchen.

Überraschende Erkenntnisse

Lukas Blos, der Deutsche Meister von 2025, gab zu, erstaunt gewesen zu sein von den Anforderungen, die Wettkämpfe wie dieser an jeden Einzelnen stellen. „Das habe ich überhaupt nicht erwartet! Mir wurde zwar immer wieder gesagt, das sei Hochleistungssport, den wir hier betreiben“, meinte der 18-jährige Ingelheimer, „aber diese Intensität, sowohl körperlich als auch mental, war dann doch überraschend.“ Der Potsdamer Moritz Herder, der den Sprung in den Kader ebenfalls schaffte, stimmt ihm zu: „Ich habe nicht mit meiner Qualifikation gerechnet, dafür erschienen mir die Vorgaben als überaus anspruchsvoll. Umso mehr freue ich mich, jetzt zu diesem Team zu gehören.“

Für die vier Mitglieder der Fliesen-Nationalmannschaft begann die Qualifikation mit der ersten Runde der GermanSkills in Iserlohn: Beim Teampartner Schlüter-Systems traf sich das Team im Januar zur ersten Wettkampfwoche. Die nächsten Stationen auf der „Road to Shanghai“ sind Bottrop im Februar – als Programmhöhepunkt der „Nationalen Fliesenwoche“ von Botament – sowie Leipzig und abschließend das traditionelle Finale am Chiemsee bei Karl Dahm.

zuletzt editiert am 10. Dezember 2025