Moderne Fugensysteme – Der Anspruch an eine qualitativ hochwertige Ausführung keramischer Beläge hat in den letzten Jahren aufgrund der Vielfalt und Auswahl an Fliesen und Platten zugenommen. Entsprechend sollte auch dem Bauteil Aufmerksamkeit gewidmet werden, das oftmals das Zünglein an der Waage ist – der Fuge. (Foto: Schomburg)
Keramische und Natursteinbeläge haben in jüngster Vergangenheit wieder an Bedeutung gewonnen. Gerade im privaten Bausektor haben gestalterische Möglichkeiten in der Fliesenherstellung sowie die enorme Formatauswahl unserem Gewerk gutgetan. Während die Verlegetechnik und die zugehörigen Produkte „im Untergrund verschwinden“, sind für den Bauherrn Ebenflächigkeit und Optik als Bewertungskriterien bei der Übergabe wichtiger. Als handwerklich ausgeführte und auch nach Fertigstellung sichtbare Arbeit gehört die Verfugung wohl zu den am meisten kritisierten Leistungen. Dabei obliegt dem kleinsten Nenner in der Fliesenverlegung eine schier unlösbare Aufgabe – die Fuge soll eine technische Funktion erfüllen, Maßtoleranzen in Fliesenbelägen ausgleichen, mechanische Einwirkungen kompensieren und nicht zuletzt im Zusammenspiel mit der Gesamtoptik des Belags über Gedeih und Verderb bei der Abnahme entscheiden.
Um diesen hohen Ansprüchen an das Ausgangsmaterial, den Fugenmörtel, gerecht zu werden, haben die Hersteller dieser Produkte ebenfalls dazulernen müssen. Gab es noch vor wenigen Jahren eine überschaubare Artenvielfalt der zu verfugenden Beläge, ist sie in letzter Zeit förmlich explodiert. Der Wunsch der Verarbeiter ist nach wie vor, möglichst nur einen Fugenmörtel für alle Anwendungsbereiche verarbeiten zu müssen. Der Verarbeiter kennt sein Material und stellt sich darauf ein. Die Verarbeitbarkeit, die Routine im Umgang mit dem Material sowie eine im eigenen Lager vorrätige eingeschränkte Farbauswahl sind ebenfalls nachvollziehbare Gründe. Leider muss man feststellen, dass diese „eierlegende Wollmilchsau“ noch nicht in Gänze gezüchtet werden konnte. Das High-End-Level in der Summe aus Verarbeitungseigenschaften, technischer Beständigkeit, Erfüllung optischer Ansprüche, Nachhaltigkeit und vielen anderen Faktoren ...
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