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Foto: Elotex AG

Verlegetechnik 2010-07-22T00:00:00Z Mit Mikrorissen fängt es an

Außenbereich - Die Elotex AG führt zusammen mit der Universität Bern und der Eidgenössischen Materialprüf- und Forschungsanstalt Empa in Dübendorf (Schweiz) einen Langzeitversuch über die Verlegung von Feinsteinzeug im Außenbereich durch. Karsten Pass, Roger Zurbriggen, Hanspeter Waser, Alexander Wetzel, Andrea Greminger, Marco Herwegh, Josef Kaufmann (Foto: Elotex AG)

Die meisten Schadensfälle im Außenbereich können auf zwei Problemfelder zurückgeführt werden. Da sind zunächst eine unsachgemäße Verlegung und ein falscher Belagsaufbau zu nennen. So führt der Zwang zu kürzeren Bauzeiten und geringeren Baukosten zum Beispiel dazu, dass auf ausreichende Drainage und das Floating-Buttering-Verfahren verzichtet wird, Mörtelsysteme eingesetzt werden, die den Belastungen im Außenbereich nicht gewachsen sind, oder der Belag zur Nutzung freigegeben wird, bevor der Verlegemörtel wirklich durchgetrocknet ist. Der zweite Grund liegt nach unserer Ansicht im Einsatz großformatiger Feinsteinzeugfliesen. Dieses Material wird in allen erdenklichen Designs angeboten und ist darüber hinaus auch noch lichtfest, chemikalien- und witterungsbeständig, zeigt kaum einen Verschleiß durch Abrieb oder Hochdruckreinigungen und ist nicht zuletzt frostresistent. Was will man mehr? Nun, die Probleme bestehen in der glasartigen Rückseite dieser Fliesen und den Scherkräften, die gerade bei Großformaten in der Verbundschicht zwischen Fliese und Kleber auftreten. Beim Abbinden (chemischer Schwund), Austrocknen (hygrischer Schwund) und Aufwärmen (thermische Expansion, zum Beispieldurch Sonneneinstrahlung) möchte sich der Kleber um andere Beträge verkürzen oder ausdehnen als die Feinsteinzeugfliese.

Man spricht hier von differenziellen Bewegungen, die aber durch den Verbund an der Grenzfläche behindert werden. Als Folge dieses behinderten Schwindens und Expandierens werden Scherkräfte erzeugt. Der springende Punkt ist: Je größer die Fliese ist, desto mehr nimmt auch die Distanz von der Fliesenmitte zum Rand zu, entlang der sich die Scherkräfte aufstauen. Bei Fliesenformaten ab 40 x 40 Zentimetern können diese Scherkräfte die Haftfestigkeit übersteigen. Es kommt zu fugennahen Ablösungen, die zuerst unerkannt bleiben. Aus ihnen entwickeln sich aber später Hohllagen, die durch Abklopfen lokalisierbar sind. Meistens ist der Schaden dann schon so weit fortgeschritten, dass das Abfallen und Loseliegen der Feinsteinzeugfliesen nur noch eine Frage der Zeit ist. Jahreszeitenwechsel

stellen für diesen Prozess einen kritischen Zeitpunkt dar, weil dann die Temperaturen stark schwanken oder im Winter gar Frost ins Spiel kommt.

zuletzt editiert am 11. März 2021
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