Luis Brauner hat die zweite Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft gewonnen. Für ihn war es der erste Sieg bei einem GermanSkills-Wettkampftraining.
Seit Januar 2024 ist Luis Brauner Mitglied der deutschen Fliesen-Nationalmannschaft. Der 20-jährige Ascheberger gewann mit dem minimalen Vorsprung von fünf Punkten vor Philipp Schlegel, dem Gewinner der ersten Runde im Februar, und Luca Kühne, der Dritter wurde. In der aktuellen Gesamtwertung teilen sich Luis Brauner und Philipp Schlegel den ersten Platz, Platz drei belegt Luca Kühne mit einem beziehungsweise zwei Punkten Vorsprung auf Niko Schleicher und Cedric Bopp.

Mit gutem Gefühl zum Sieg
Die Trainingswoche beim Teampartner Sika sei sehr anstrengend gewesen, meinte Luis Brauner rückblickend, „aber ich hatte ein gutes Gefühl, vorn dabei zu sein“. Dennoch zeigte er sich überrascht, diese Runde gewonnen zu haben. „Von Beginn an wollte ich konzentriert die Aufgabe umsetzen, was mir auch gelungen ist und worauf ich sehr stolz bin.“ Vielleicht kam ihm auch der Heimvorteil zugute: Luis Brauner wohnt nur fünfzig Kilometer entfernt von Rosendahl im Münsterland, wo die zweite Runde der German Skills stattfand.
In zwanzig Stunden zum möglichst perfekten Ergebnis
Luis Brauner und die anderen vier Teammitglieder hatten zwanzig Stunden Zeit für eine Aufgabe, die aus zwei unterschiedlichen Modulen bestand. Am ersten Tag musste das Team je eine Mauerwand erstellen, inklusive der Nische mit einem Öffnungsmaß von anderthalb Metern Höhe und vierzig Zentimetern Breite. „Diese Arbeit fiel nicht in die von uns vorgegebene Zeit, sondern ist eine erforderliche Vorbereitung auf die eigentliche Aufgabe“, erklärte Bundestrainer Marcel Beyer, der die Betreuung der Fliesen-Nationalmannschaft übernommen hatte. Am ersten Wettkampftag befasste sich das Team mit dem Zuschnitt von zwei Bildern: den Logos der Partner „Sika“ und „Schönox“.

Alles auf Symmetrien
„Die Schwierigkeit bestand darin, das Sechseck aus dem Logo zeichnerisch zu konstruieren“, über Winkelhalbierung und Radiusabstechung, integriert in den endgültigen Fugenschnitt. Auch das Sika-Logo war wegen seiner Fugenschnitte komplex, hinzu kam die räumliche Versetzung. „Das Team musste unbedingt den Meterriss einhalten, das heißt die Höhe des Sika-Dreiecks hatte zu stimmen, dazu waren Fugenbild und Positionierung entscheidend.“ Beim zweiten Modul spielte der Meterriss ebenfalls eine Rolle. „Alles war hier auf Symmetrien angelegt“, so Bundestrainer Beyer, „daher mussten die Fliesen korrekt geschnitten werden“. Das gesamte Team ging an den Wettkampftagen bis an seine Leistungsgrenzen, „es gab Qualitätsunterschiede, die für uns als Jury erst beim Nachmessen erkennbar wurden“.

Nur mit dem richtigen Zeitmanagement
Die Aufgabe, die dieses Mal dem Team gestellt wurde, war überaus anspruchsvoll.„Der große Gegner jedes einzelnen Teammitglieds ist die Zeit: Das Zeitmanagement bleibt für sie eine Herausforderung, an der sie alle arbeiten müssen – also hochkonzentriert jeden einzelnen Arbeitsschritt planen.“ Aber genau dafür seien die Wettkampftrainings da, „wir bieten dem Team die Möglichkeit, auch dies zu üben.“ Die nächste, dann dritte Runde der GermanSkills in Hamburg wird zeigen, ob es da Verbesserungen gibt. Für Luis Brauner, dem Gewinner von Rosendahl, war gleich klar: „Mein Ziel ist es, bei den GermanSkills gut abzuschneiden und ja: Ich möchte mich für die Europameisterschaft qualifizieren.“ Die Zeit zwischen den nächsten Runden will er nutzen, um sich gezielt vorzubereiten.

Hervorragende Trainingsbedingungen
Auch die zweite Runde der GermanSkills fand bei einem Sponsor der Nationalmannschaft statt. „Unbedingt danken möchten wir Sika für die hervorragenden Rahmenbedingungen, die uns unser Teampartner an diesen fünf Tagen geboten hat wie auch für die Unterstützung insgesamt“, bedankte sich Marcel Beyer bei Sika, „das ist nicht selbstverständlich und wir wissen es sehr zu schätzen.“
Nächstes Training mit Team Dänemark
Die nächste Runde der GermanSkills findet vom 31. März bis 4. April im Ausbildungszentrum-Bau Hamburg statt – gemeinsam mit Dänemark, dem amtierenden Weltmeister. „Wir sind gespannt, wie sehr sich das Leistungsniveau unserer beiden Teams unterscheidet.“ Bundestrainer Marcel Beyer wird auch in der Hansestadt das Training leiten. „Wir wollen unbedingt voneinander lernen und diese besondere Gelegenheit für den intensiven Austausch nutzen.“