Den Auftakt der diesjährigen GermanSkills hat Philipp Schlegel gewonnen: Der Deutsche Meister von 2023 setzte sich knapp gegen die vier anderen Mitglieder der Fliesennationalmannschaft durch.
Mit den GermanSkills ermittelt die Fliesen-Nationalmannschaft den deutschen Teilnehmer für die EuroSkills, der Europameisterschaft der Berufe im September.
Der 23-Jährige aus Sachsen-Anhalt holte sich den Sieg vor Luis Brauner aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarländer Niko Schleicher. Die beiden Debütanten Luca Kühne (Baden-Württemberg) und Cedric Bopp (Bayern) erreichten die Plätze vier und fünf. Das erste von insgesamt vier Qualifikationstrainings fand in Wiesbaden statt, bei Sopro Bauchemie, einem Teampartner der Nationalmannschaft.
Immer mit dem Blick auf die Uhr
Die fünf Teilnehmer des Qualifikationstrainings bekamen 18 Stunden Zeit für ihre Werkstücke. Sie mussten ein Modul mit Seitennische erstellen, einen Waschtisch bauen, die Frontnische im Fischgrätenmuster fliesen und das andere Modul mit dem Firmenzeichen des Trainingspartners gestalten. „Diese Aufgabe hat uns allen wichtige Erkenntnisse gebracht“, meinte Bundestrainer Tim Welberg, er leitete das Training gemeinsam mit Heiko Bayer-Oppelt: Für den Oberfranken war es übrigens eine Premiere, Bayer-Oppelt ist seit Beginn der neuen Saison festes Mitglied im Trainerstab der Nationalmannschaft. „Nicht nur unsere neuen Teammitglieder haben erfahren müssen, wie wichtig das passende Zeitmanagement ist.“ Denn nur Philipp Schlegel, dem späteren Sieger, gelang es, sein Werkstück komplett zu erstellen – die anderen Fliesenleger schafften es nicht in der vorgegebenen Zeit. Für Bundestrainer Welberg war klar: „Sie müssen schneller arbeiten, ohne dabei die Qualität aus den Augen zu verlieren. Das werden wir noch intensiver trainieren.“ Mindestens noch fünf Vorbereitungstrainings wird derjenige absolvieren, der sich im Mai – nach der letzten Runde der GermanSkills – für die Europameisterschaft qualifiziert.

Ein Werkstück, das Spaß machte
Philipp Schlegel, der Gewinner der Auftaktrunde in Rheinhessen, stimmte dem Bundestrainer zu. „Es war für alle von uns schwierig, diese anspruchsvolle Aufgabe in der knappen Zeit umzusetzen.“ Zwar freute er sich über seinen Sieg, „aber ganz zufrieden bin ich nicht, da mir Fehler unterlaufen sind“. Der Fliesenleger, der seit einem Jahr im Team ist, lobte die Aufgabe: „Dieses Werkstück hat uns allen wirklich Spaß gemacht.“ Entworfen hatte die Pläne Bundestrainer Heiko Bayer-Oppelt. Philipp Schlegel wünschte sich, dass das Trainingsniveau dennoch hoch bleibt, „wir wollen international dranbleiben, da sind wir alle im Team gefordert“.

Am letzten Wettkampftag besuchten Auszubildende im dritten Lehrjahr die Nationalmannschaft im Sopro Campus: Die Berufsschulklassen aus Darmstadt und Saarbrücken ließen sich von den Teammitgliedern die Trainingsaufgabe erklären und informierten sich vor allem über die Fliesennationalmannschaft. Anschließend übten sie gemeinsam mit einem Teammitglied den Zuschnitt einer Megafliese, inklusive des Wettbewerbs „Wer schneidet den schmalsten Streifen?“.
Zu Gast im Sopro Campus
Nach drei Jahren war Sopro Bauchemie wieder Trainingspartner der Fliesen-Nationalmannschaft: Der im September eröffnete Sopro Campus bot dem Team exzellente Trainingsbedingungen. „Wir sind sehr froh, dass wir die Fliesen-Nationalmannschaft am Sopro Campus zu Gast hatten“, betonte Andreas Wilbrand, bis Ende 2024 Sopro-Geschäftsführer. „Die Unterstützung des Teams ist für uns eine Herzensangelegenheit. Die Mannschaft leistet einen wichtigen Beitrag, unser Gewerk insbesondere bei jungen Menschen bekannt und attraktiv zu machen: So sichern wir nicht nur unseren eigenen Erfolg, sondern tragen auch zur Stärkung der gesamten Branche bei."

Ein enger Fahrplan nach Dänemark
Das zweite Qualifying absolviert das Team in Rosendahl (Nordrhein-Westfalen). Unterstützt wird dieses Training von Sika, einem weiteren Partner der Fliesen-Nationalmannschaft. Weiter geht es in das ABZ-BAU Hamburg, zur vorletzten Runde der GermanSkills. Das Finale findet dann traditionell am Chiemsee statt, bei Karl Dahm.