Außenbereich - In einem Langzeit-Feldversuch wurden die Schwund- und Adhäsionsmechanismen an keramischen Belägen im Außenbereich untersucht. Ergebnis: Die Wahl hochwertiger Verlegematerialien, das Einhalten der geltenden technischen Regelwerke und Vorschriften sowie eine fachmännische Verlegung tragen entscheidend zur Dauerhaftigkeit der Beläge bei. Roger Zurbriggen, Karsten Pass, Alexander Wetzel (Foto: Elotex AG)
In der Langzeit-Feldstudie wurden mehrere Einflussfaktoren bewusst ungünstig gewählt, um die in der Folge ablaufenden Prozesse in der Mikrostruktur zu beobachten. Daraus ergaben sich Einblicke in die Materialien und ihr Langzeitverhalten. In dem Artikel "Mit Mikrorissen fängt es an" in FLIESEN & PLATTEN 10/2009, Seite 2631, wurde bereits über erste Resultate dieses Projekts informiert.
Einen Eindruck vom Versuchsaufbau des im Sommer 2008 gestarteten und nun in den dritten Winter gehenden Langzeit-Feldversuchs gibt Abbildung 1. Die Wände und Böden einer wenige Wochen alten Fertiggarage wurden sowohl innen als auch außen mit hellbeigen 30 x 30 cm großen Feinsteinzeugfliesen belegt. Pro Fliesenfeld, das jeweils circa 4 m² misst, wurden jeweils auch drei Glasfliesen anstelle von Feinsteinzeugfliesen verlegt. Der Grund: Durch die Glasfliesen konnte die Verbundfläche direkt beobachtet werden.
Bewusst entgegen allgemeinen Empfehlungen wurden die Voraussetzungen für eine schadensfreie Verlegung ungünstig gewählt. Hierzu zählen der junge Betonuntergrund, ein Dachgefälle von nur 1,5 %, eine geringe Fugenbreite von 3 mm und ein durchgängiger Halbverband. Zusätzlich wurde im auf der Abbildung rot umrahmten Wandsektor auf das kombinierte Verfahren verzichtet. Außerdem wurde auf dem Dach im rot markierten Sektor keine Dichtschlämme aufgebracht, der Fließbettkleber also direkt auf den jungen Beton aufgetragen. In den beiden roten Sektoren der Abbildung besteht also bewusst ein gewisses Schadensrisiko.
Im Außenbereich kombiniertes Verfahren einsetzen
Die Versuche bestätigen die Relevanz bestehender Regelwerke für den Außenbereich. So konnte bereits nach dem ersten Winter gezeigt werden, dass ohne eine Spachtelung auf der Fliesenrückseite im Eck-Bereich von Hohlstellen hohe Randspannungen entstehen, die zu Mikrorissen führen können.
Die mikroskopischen Dünnschliffaufnahmen in Abbildung 2 zeigen, wie die Spachtelung die Fliese vollflächig beschichtet. Dadurch kommt die Haut, die sich auf der Oberfläche des auf den Untergrund aufgekämmten Mörtels gebildet hat, an die frische Butteringschicht zu liegen. Ohne die Spachtelung grenzt diese Haut direkt an die Verbundstelle und beeinträchtigt dort die Benetzung der Fliesenrückseite.
Abbildung 3 veranschaulicht die mechanische Funktionalität einer flexiblen Abdichtung zwischen Betonuntergrund und Klebemörtel. Risse, die den Beton durchschlagen, enden an der verformbaren Dichtschlämme (oben). Wird der Kleber direkt auf den jungen Betonuntergrund aufgetragen, so können sich Untergrundrisse über den starren Verbund in den Mörtel fortpflanzen (unten) und in naheliegende Fugen durchschlagen. Durch diese Risse kann Wasser leichter in die Konstruktion gelangen.
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