Florim Ceramiche ist eine zertifizierte „Benefit Coperation“
45.000 Quadratmeter Solarmodule: Ökostrom für Florims Fabriken in Italien (Fotos: Florim)

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23. February 2021 | Teilen auf:

Florim Ceramiche ist eine zertifizierte „Benefit Corporation“

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Zertifizierung als „B Corp“ im Dezember 2020 verpflichtet sich der Hersteller von Keramikfliesen, Unternehmensentscheidungen künftig auch in ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt zu überprüfen beziehungsweise positiv zu fördern.

Die Zertifizierung nach B Corp (Benefit Corporation) wurde von der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation „B Lab“ ins Leben gerufen und wird auch von ihr verliehen. Das Ziel der im Jahre 2006 gegründeten B Lab ist die Schaffung eines globalen Netzwerks von Unternehmen, die sich bereiterklären, strenge Sozial- und Umweltstandards einzuhalten. Die Verpflichtung findet auch Eingang in die Statuten des Unternehmens. Die B Lab hat ihren Sitz in Pennsylvania.

„Impuls für die Zukunft“

Für Claudio Lucchese, Präsident der Florim-Gruppe, wird mit der Zertifizierung lediglich formalisiert, was schon seit Langem im unternehmerischen Handels des Fliesenherstellers Geltung hat: „Maßnahmen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern und unsere Mitarbeiter und die umliegende Region zu fördern, sind schon lange ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenspolitik unseres Hauses. Die diesbezüglichen Aktivitäten der Florim reichen in eine Zeit zurück, als der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ sehr viel weniger geläufig war als heute“. Die Zertifizierung sei eine wichtige Anerkennung für den konkreten Einsatz des Unternehmens, „also nicht das Ziel, sondern ein Impuls für die Zukunft.“

Investitionen in grüne Technologie

Die Investitionen der Gruppe mit weltweit 1.410 Mitarbeitern in umweltfreundliche Verfahren und Technologien beliefen sich seit 2012 auf 45 Millionen Euro. Die Mittel flossen unter anderem in die Installierung von Fotovoltaikanlagen in einer Größenordnung von 45.000 Quadratmetern, über die die italienischen Standorte mit elektrischer Energie versorgt werden. Abwässer, Müll und Produktionsabfälle werden zu 100 Prozent recycelt. Mit dem Krankenhaus von Sassuolo und der Kollektion Peggy Guggenheim in Venedig wurden Partnerschaften vereinbart. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus ist das Unternehmen in der Lage, in eigenen medizinischen Räumlichkeiten im Hauptsitz Vorsorgeuntersuchungen bei den Mitarbeitern vorzunehmen. Die Stiftung „Ing. Giovanni Lucchese“, die nach dem Firmengründer und Vater von Claudio Lucchese benannt ist, unterstützt jugendliche Oberschüler durch Stipendien. Hinzu kommen über 20 internationale Zertifizierungen sowie die jährliche Veröffentlichung einer Nachhaltigkeitsbilanz, die seit 2008 erstellt wird.

„Impact Assessment“ erfolgreich abgeschlossen

Die Zertifizierung nach B Corp erfolgt über eine Bewertung der Auswirkungen der Unternehmensprozesse auf die Umwelt und das Sozialgefüge („Impact Assessment“). Hierbei müssen von maximal 200 Punkten mindestens 80 erreicht werden. Die Florim Italia kam bei dieser Bewertung auf 98,1 Punkte. Der gesamte Konzern, also inklusive der US-amerikanischen Tochtergesellschaft, verbuchte 90,9 Punkte. Hierbei handle es sich um ein „herausragendes Ergebnis“, das zu den höchsten im Sektor Industriebetriebe zu rechnen sei, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Die Florim-Gruppe ist der erste Hersteller von Fliesen aus Feinsteinzeug mit B Corp-Zertifizierung.

Claudio Lucchese: „B Lab-Label ist kein Ziel, sondern Ansporn.“

B Lab auch in Deutschland

Derzeit gibt es weltweit in 60 Ländern ungefähr 3.700 nach B Corp zertifizierte Unternehmen aus über 150 Branchen. Nach Aussage der Florim laufen derzeit 140.000 Anträge von Unternehmen auf eine Zertifizierung. Im Durchschnitt würden drei Prozent erfolgreich abgeschlossen.

Die B Lab Deutschland wurde erst im vergangenen Jahr 2020 gegründet. Momentan sind 35 deutsche Unternehmen nach B Corp zertifiziert.

Der Florim Konzern – „Gruppo Finfloor“ – erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 404,094 (2018: 410,7/2017: 424,8) Millionen Euro und war damit der viertgrößte italienische Fliesenhersteller, wie schon in den Jahren davor. Die rückläufigen Erlöse seien in Italien verzeichnet worden, während die US-Tochter Florim USA mit ihren Fertigungs- und Logistikstandort in Clarksville (Bundesstaat Tennessee) gute Ergebnisse vorweisen konnte. Das Bruttoergebnis (EBITDA) in einer Größenordnung von 85,4 (2018: 102/2017: 123,01) Millionen Euro sei durch das Anlaufen der eigenen Anlage für den Zuschnitt und die Bearbeitung von keramischen Verkleidungen in sehr großen Formaten am Hauptsitz in Fiorano Modenese belastet worden.

Unter dem Konzerndach vertreibt der Hersteller Keramikfliesen der Marken Floorgres, Cerim, Rex, Casa Dolce Casa/Casa Mood und Cedit.

Die Investitionen beliefen sich auf gut 40 Millionen Euro, sodass sich die Ausgaben für neue Technologien und Anlagen in den vergangenen fünf Jahren auf mehr als 300 Millionen Euro summieren. Im selben Jahr wurden in Mailand, New York und Moskau Florim Flagship Stores eröffnet. Im Jahr 2020 wurden repräsentative Ausstellungen in Singapur und Frankfurt eingeweiht, denen weitere Stores in London und Abu Dhabi folgen werden.

www.florim.com