Ein Schadensszenario greift um sich: Fliesen lösen sich in Schwimmbädern von Beckenböden. Mögliche Ursachen: Nicht durchgetrockneter Dünnbettmörtel, haftungsfeindliche Fliesenrückseiten, zu enge Fugen, zu große Längen- änderungen des Betonkörpers durch Schwindprozesse bei zu früher Verlegung und Untergründe, die keine ausreichende Haftung bieten. (Foto: Willibert Ramrath)
Das Thema Schwimmbäder lässt die Fliesenfachbetriebe und den Technischen Ausschuss im Fachverband Fliesen und Naturstein nicht zur Ruhe kommen. Kaum haben sie das Problem einigermaßen in den Griff bekommen, dass sich in Schwimmbädern mit Mosaikbelag Pilze auf den Fugen großflächig ausbreiteten, ist ein neues Schadensszenario in vollem Gange: In einem gerichtsanhängigen Fall lösen sich auf einem Beckenboden von 1.000 Quadratmetern Fliesen in Teilbereichen vom Untergrund ab, in einem anderen sind nur 800 Quadratmeter oder wie im aktuellsten Fall 120 Quadratmeter betroffen. Weitere Becken mit gleichartigen Schadensbildern sind mir bekannt, treten aber juristisch nicht in Erscheinung, da die Schadensbehebung innerhalb der Gewährleistung abläuft. Die Folgen solcher Schäden sind für unser Gewerbe gravierend: Die öffentlichen Auftraggeber oftmals Tochtergesellschaften der Kommunen lassen ihre Schwimmbecken nicht mehr fliesen, sondern weichen auf Edelstahlbecken aus, obwohl diese schrecklich aussehen und ihnen der ästhetische Charme gefliester Becken gänzlich fehlt. Bereits 2005 waren diese Ablöseschäden ein Thema auf den Kasseler Sachverständigentagen. Damals wurde uns von den Vertretern der Bauchemie vorgerechnet und suggeriert, dass der Einsatz von Verbundabdichtungen für dieses Problem Abhilfe bringen wird. Verbundabdichtungen könnten wegen ihrer Flexibilität auch als Entkopplung in einer Größenordnung wirken, die die Schwindung des Betons aufzufangen in der Lage sei. Pustekuchen! Die Verbundabdichtung hilft in Bezug auf ein Auffangen der Schwindspannungen nicht.
