Balkendiagramm mit Preissteigerungen (Quelle: F+P Fliesen und Platten)
Die Preise für Energie, Verpackung und Rohstoffe sind im letzten Jahr extrem gestiegen. (Quelle: F+P Fliesen und Platten)

Aktuell

26. November 2021 | Teilen auf:

Deutliche Preisanstiege bei Bauchemie

Die Kostensteigerungen und Rohstoffengpässe in der Bauchemieindustrie haben sich über das Jahr verschärft. Jetzt sind dramatische Preisanstiege unausweichlich.

Seit Anfang des Jahres kämpfen Chemie und Bauchemie mit Lieferengpässen bei zahlreichen Rohstoffen und daraus folgend mit stark steigenden Beschaffungskosten, wie die Deutsche Bauchemie berichtet. Die Preise für Melaminharze haben sich seit letztem Jahr verdoppelt, die Preise für Acrylsäuren, die ein wesentlicher Rohstoff zur PCE-Herstellung sind, sogar verdreifacht. Der Rohölpreis liegt doppelt so hoch wie noch vor zwölf Monaten, der Preis für Rohbenzin, dem wichtigsten Rohstoff der Chemieindustrie insgesamt, ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um 62 Prozent auf rund 580 Dollar je Tonne gestiegen.

Ähnlich sieht es bei Dichtstoffen aus. So sind beispielsweise Silikone, Polyurethane und Polysulfide für die weiterverarbeitenden Hersteller nur noch unter erschwerten Umständen zu bekommen und wenn, dann zu extrem hohen Preisen. Beklagt wird vor allem der Mangel an Siliziummetall, dem wichtigsten Rohstoff für Silikonpolymer und Silikonöl. Die massiven Preiszuwächse können die Unternehmen allein nicht auffangen und müssen sie zum Teil an den Markt weitergeben. Dies gilt auch im Bereich der Trockenmörtelhersteller: Dort steigen die Preise für Dispersionspulver und beim Zement. Grund dafür ist unter anderem die höhere CO2-Abgabe. Neben den Rohstoffpreisen sind in den letzten zwölf Monaten außerdem die Preise für Energie (+400 Prozent), Verpackungen sowie Paletten (+300 Prozent), Transport und Personal deutlich angestiegen.

„Die hohen Rohstoffpreise werden zur neuen Normalität.“

Deutsche Bauchemie

In der Bauchemiebranche herrscht eine bisher nicht gekannte Unsicherheit, was die ausreichende Versorgung mit Rohstoffen betrifft. Experten rechnen auch in absehbarer Zukunft nicht mit einer Entspannung auf dem Rohstoffmarkt – der steigende Rohstoffkostenindex deutet eher darauf hin, dass sich die Lage im Jahr 2022 weiter verschärfen wird und die hohen Rohstoffpreise zur neuen Normalität werden, so die Deutsche Bauchemie.

zuletzt editiert am 01.12.2021