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Verlegetechnik 2011-02-28T00:00:00Z Am Anfang steht die Idee

Produktentwicklung - Am Anfang einer Neuentwicklung steht die Idee: Die Entwickler definieren die gewünschten Eigenschaften des neuen Mörtels und legen fest, für welche Herausforderungen er Lösungen bieten soll. Von dort bis zum fertigen, geprüften Produkt mit ersten Baustellenerfahrungen ist es ein weiter Weg. Dr. Oliver Wowra (Foto: Botament)

Im Gegensatz zur Auto- oder Handy-Industrie setzen sich Innovationen in der Bauindustrie erheblich langsamer durch. Schließlich hat der Fliesenleger gute Gründe dafür, neue Produkte erst einmal reifen zu lassen, bis deren Praxistauglichkeit bewiesen ist. Denn der Bauherr erwartet für seine Investition nicht zuletzt eine lange Lebensdauer.

Ähnlich wie Smartphones, die heute eine Vielzahl von Funktionen besitzen, haben sich neben den herkömmlichen Dünnbett- auch neue Multifunktionsmörtel am Markt etabliert. Sie bieten dem Fliesenleger gute Verarbeitungseigenschaften und können gleich mehrere andere Mörtel ersetzen.

Ziele definieren

Am Anfang der Entwicklung eines neuen Fliesenklebers steht immer die Idee. Aus ihr werden konkrete Ziele abgeleitet, zum Beispiel bestehende Anforderungen mit optimierten Produkten besser zu erfüllen oder Lösungen für neue Herausforderungen anzubieten. In einem funktionierenden Unternehmen wird die Idee vor der Umsetzung zunächst nach ökonomischen Kriterien und auf die technische Machbarkeit hin überprüft.

Über den Erfolg eines neuen Dünnbettmörtels zur Fliesen- und Plattenverlegung entscheidet letztlich aber immer der Mehrwert für den Kunden. Bei der Formulierung von "Multistar" aus dem Hause Botament standen für die Entwickler eindeutig vielseitige Verwendbarkeit und leichte Verarbeitung im Vordergrund. Zusätzliche Eigenschaften, wie hohe Ergiebigkeit und Staubreduzierung, wurden als zusätzlicher Bonus betrachtet und fanden ihren Weg in das Anforderungsprofil des neuen Produkts.

Materialien auswählen

Die Entwicklungsabteilung startet die Formulierung mit der Auswahl geeigneter Materialien. Physiologisch bedenkliche Rohstoffe werden von vornherein nicht berücksichtigt. Moderne Dünnbettmörtel erfordern als Bindemittel hochwertige, fein gemahlene Portlandzemente mit hoher Endfestigkeit und gleichbleibender Fertigungsqualität. Anders als zum Beispiel im Estrichleger-handwerk sind CEM II- oder CEM III-Zemente in der Regel nicht geeignet. Als Zuschlagstoff wird Quarzsand verwendet, dessen abgestimmte Sieblinie neben der geschmeidigen Verarbeitung auch für die notwendige Standfestigkeit sorgen soll. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern sind diese Rohstoffe in Deutschland in einer gleichbleibend hohen Qualität verfügbar.

Diese Mörtelmischung kann eine Fliesenrückseite nur durch Verkrallung binden. Die Zugabe eines Dispersionspulvers bewirkt die für moderne Fliesen notwendige Adhäsion, also Anhaftung, und Flexibilität. Ein weiterer wichtiger Zusatz verbessert schließlich das Wasserrückhaltevermögen und verhindert ein "Verdursten" des Dünnbettmörtels durch saugende Untergründe und Fliesenbeläge.

Neben diesen Hauptkomponenten wird der Entwickler dem Mörtel noch eine Reihe anderer Additive zugeben, um die technischen Eigenschaften und die Verarbeitung des Produkts zu optimieren. So sorgen Luftporenbildner für den nötigen Expansionsraum, damit der Mörtel im Frostfall keinen Schaden nimmt. Andere Zusätze verzögern die Hautbildung und verlängern die Einlegezeit oder beschleunigen den Erhärtungsprozess für eine frühe Begehbarkeit.

Die besondere Herausforderung beim "Multistar" bestand darin, ihn als Dünnbett-, Fließbett-, Mittelbett- und Ausgleichsmörtel einsetzen zu können. Die Aufbereitung für jedes dieser Anwendungsgebiete sollte allein durch die Wasserzugabe gesteuert werden.

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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