Energieeinsparung und Umweltschutz: Das waren zwei der bestimmenden Themen auf der diesjährigen Cevisama. Daneben konnte man bei den Neuheiten auch "alte Bekannte" begrüßen.
Nein, es fand sich selbst unter den kühnsten Träumern und größten Optimisten der diesjährigen Cevisama-Besucher wohl niemand, der eine berauschende, Aufbruchstimmung vermittelnde Keramikmesse in Valencia erwartet hatte. Zu tiefgreifend waren und sind die ökonomischen Verwerfungen auf der Iberischen Halbinsel, die bekanntermaßen durch Immobilien- und Wirtschaftskrise hervorgerufen wurden. Wer durch einen Besuch der Vorjahres-Messe darauf einigermaßen vorbereitet war, den konnten auch die Zahlen, die auf der internationalen Pressekonferenz vom spanischen Herstellerverband präsentiert wurden, nicht sonderlich überraschen (Nähere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter http://www.fliesenundplatten.de/spanische-fliese-weiterhin-mit-minus-in-deutschland/150/5652/).

Trotz dieser Widrigkeiten zeigten sich die Verantwortlichen der Messe im Nachgang mit der Veranstaltung zufrieden: "Wir haben die gesetzten Erwartungen übertroffen", erläuterte der Präsident der Messe Armando Ibánez. "Die Herausforderung war, die Zahl der internationalen Einkäufer mit hoher Kaufkraft sowie die von Architekten und Planern zu erhöhen, und wir haben beides geschafft." Insgesamt wurde die Cevisama 2011 laut offiziellen Zahlen von 77.104 Personen besucht, was einem erneuten wenn auch leichten Rückgang entspricht (Zum Vergleich: 2010: 78.962, 2009: 82.252 Besucher). 23 Prozent der Besucher waren den Veranstalter-Angaben zufolge Architekten, Innenarchitekten und Designer. Die Zahl derjenigen, die aus dem Ausland zur Messe angereist waren, stieg gleichzeitig um 14 von Hundert auf 12.489 Besucher. Insofern muss man den Verantwortlichen bescheinigen, dass sie ihre oben formulierten Ziele erreicht haben, auch wenn die angespannte Situation siehe Gesamtzahl der Besucher dadurch keinesfalls entschärft wurde.
Neue Einsatzbereiche für die Fliese
Und was gab es an den Messeständen zu sehen? Nun, in erster Linie gab es vor allen Dingen Entwicklungen, die das Bemühen der Hersteller unterstrichen, neue Einsatzbereiche für die Fliese zu etablieren. Als Beispiele hierfür kann etwa die Serie "Transit allways" von Gayafores dienen: Eine quadratische Keramik mit 20 Zentimetern Kantenlänge, die für öffentliche Plätze konzipiert wurde, mit 14 Zentimetern Dicke über die nötige Robustheit verfügt und durch seine mittels Farbenvielfalt vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten sowie ein Blindenleitsystem überzeugen kann.
Ein weiteres Beispiel für den Versuch, mehr aus der Fliese zu machen, ist die Serie "Ecom4tile" von Ceracasa. Dabei handelt es sich um eine Platte, die mit dem unbestreitbaren Nachteil der kalten Oberfläche einer Keramikfliese aufräumt, indem in den Scherben eingebundene, verkapselte Nanopartikel als Energiespeicher fungieren. Diese Energie wird anschließend als Wärme wieder abgegeben und damit die Oberflächentemperatur der Umgebungstemperatur angeglichen. Gleichzeitig schreiben die Hersteller der Fliesenoberfläche antibakterielle Eigenschaften und eine erhöhte Fleckunempfindlichkeit zu. Diese Technologie lässt sich laut Angaben von Ceracasa auf alle Feinsteinzeugfliesen übertragen. Alles in allem soll "Ecom4tile" rund 15 bis 20 Prozent teurer als herkömmlich produzierte Fliesen sein, gleichzeitig aber für eine Energieersparnis von rund 16 Prozent sorgen.

Sierragres aus dem andalusischen Cordoba präsentierte auf seinem Messestand mit "Sierravent" einen Mauerstein aus extrudierter Keramik, mit dem sich rein keramische vorgehängte Fassadenkonstruktionen umsetzen lassen, ohne auf die üblichen Metallanker zurückgreifen zu müssen. Als Fassadenverkleidung können dabei sowohl Naturstein als auch Feinsteinzeug oder Klinker genutzt werden.
Designerkreationen auf der Messe
Designer waren mit ihren Kreationen übrigens auch am Messegeschehen beteiligt: So zeigte Saloni beispielsweise eine neue Roberto-Verino-Serie im Landhaus-Stil und Roca präsentierte erstmals die Ergebnisse der Partnerschaft mit Armani in Form von entsprechenden Fliesen, die im Format 52 x 104 Zentimeter in drei Farben und drei Oberflächen produziert werden. Für die nahe Zukunft geplant ist ein Komplettbad inklusive Wellnessbereich made by Armani/Roca.
Was es sonst noch zu sehen gab? Fast überall auf den Messeständen traf man auf "alte Bekannte" in Form von Feinsteinzeugfliesen in Marmor- oder Holzoptik, natürlich entsprechend optimiert durch neueste Herstellungsverfahren und Inkjet-Technologie.
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Alfa de Oro 2011
Azulejos Plaza, Esmalglas-Itaca und Sierragres sind die Gewinner des diesjährigen 34. Alfa de Oro. Der Preis wird traditionell von der SECV, der Spanischen Gesellschaft für Keramik und Glas, an die innovativsten Neuheiten der Cevisama verliehen. So wurde beispielsweise Plaza für die Serie "Eco-Logik" ausgezeichnet, die einen besonders hohen Anteil an recycelten Abfallprodukten aus der Keramik- und Glasproduktion enthält und dadurch eine deutliche Emissions- und Energiereduktion bei der Herstellung ermöglicht. Bei Esmalglas-Itaca wurden deren neue Glasuren prämiert, die sich für die ausschließliche Anwendung mit Digitaltechnik eignen. Sierragres schließlich erhielt den Alfa für "Sierravent", einen tragenden Mauerstein aus extrudiertem Steinzeug, mit dem sich rein keramische vorgehängte Fassadenkonstruktionen ohne Metallanker realisieren lassen. einen Alfa de Plata erhielten die Unternehmen Ceracasa, Ferro Spanien und Keros Cerámica.