Der Zentralverband Deutsche Baugewerbe fordert im Rahmen der aktuellen Debatte um die Eigenheimzulage, diese Wohnungsbauförderung wieder aufzunehmen. (Foto: ZDB)
„Angesichts drastisch steigender Mieten in den Ballungsräumen müssen die politisch Verantwortlichen in der Wohnungsbaupolitik endlich umsteuern“, betont Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, im Rahmen der jüngsten Diskussion innerhalb der Union um eine Wiedereinführung der Eigenheimzulage.
Bis zum Jahr 2025 werde die Zahl der privaten Haushalte weiter ansteigen. Gleichzeitig werde die Nachfrage nach mehr Wohnfläche pro Person ebenfalls anhalten, so Pakleppa „Allein aus diesen beiden Tendenzen lässt sich erkennen, dass weiterhin Bedarf an neuen Wohnungen besteht.“
Wohneigentum als Altersvorsorge
Nicht nur für die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum, sondern auch für die Altersvorsorge der Bürger müsse der private Wohnungsbau deutliche Impulse erhalten. „Wohnen in den eigenen vier Wänden ist die beste Altersvorsorge“, so Pakleppa. „Es ist für uns unverständlich, dass gerade sozialpolitisch engagierte Politiker aus dieser Tatsache keine Schlüsse ziehen.“

Pakleppa fordert darüber hinaus, auch dem Mietwohnungsbau durch eine Erhöhung der AfA von zwei auf vier Prozent neue Impulse zu geben. „Eine moderate Anhebung der Abschreibung verführt nicht zu sinnlosen Bauten, kann aber einen wichtigen Liquiditätsengpass für Investoren gerade in Ballungsräumen schließen.“
Die Wohneigentumsbildung, die einst ein fester Pfeiler bundesdeutscher Sozialpolitik war, sei komplett aus dem Fokus der Politik gerückt, schreibt der ZDB in einer Pressemitteilung. Dabei sei es notwendig, die Bildung von Wohneigentum stärker zu fördern. Denn wer im Alter in den eigenen vier Wänden wohnt, sei vor Altersarmut weitestgehend geschützt. „Aus unserer Sicht war die Eigenheimzulage ein überaus erfolgreiches Instrument dafür. Allerdings könnten auch die Bundesländer tätig werden. Die Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie liegen bei bis zu 13 Prozent und belasten gerade junge Familie und Schwellenhaushalte besonders. Besonders die Grunderwerbsteuer wurde in der Vergangenheit in fast allen Bundesländern deutlich erhöht“, so der ZDB-Hauptgeschäftsführer.
Pakleppa betont, dass auch andere Modelle denkbar seien. So könne in den Niederlanden der Eigentümer von selbst genutztem Wohneigentum die Darlehenszinsen beim erstmaligen Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses von der Steuer absetzen. Auch werde dort bei einer Instandhaltungssanierung nur der reduzierte Mehrwertsteuersatz fällig.
Diskutieren Sie mit!
Anfang 2006 hat die große Koalition die Eigenheimzulage abgeschafft. Jetzt wirbt die CSU für eine Rückkehr zu dieser staatlichen Förderung des Baus oder Erwerbs selbst genutzten Wohneigentums und der ZDB schließt sich dieser Forderung an. Damit sollen sowohl die Schaffung bezahlbaren Wohnraums gerade für Familien als auch Investitionen in die eigenen vier Wände als Altersvorsorge unterstützt werden.
Die CDU ist skeptisch und will erst einen strukturell ausgeglichenen Haushalt vorlegen, bevor über die Wohnungsbauförderung gesprochen werden kann. Die Opposition warnt derweil vor einer falschen Schwerpunktsetzung.