Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet 2016 im Baugewerbe mit einem Umsatzwachstum von 5,5 Prozent auf 106,5 Milliarden Euro, sagte ZDB-Präsident Dr.-Ing. Hans-Hartwig Löwenstein. „2017 kann mit einem weiteren Wachstum von drei Prozent gerechnet werden. Der Umsatz wird dann bei 110 Milliarden Euro liegen“, so Löwenstein weiter. (Foto: ZDB)
Bis August 2016 hat der ZDB einen Umsatz von 64 Milliarden Euro registriert und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Detail sieht das so aus: Im Wohnungsbau, so der ZDB, sei der Umsatz bis August auf gut 24,5 Milliarden Euro und damit um neun Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit einem Umsatzwachstum von acht Prozent. „Wir gehen weiterhin von rund 290.000 neuen Wohnungen aus“, prognostizierte Löwenstein. Bis August wurden fast 240.000 Wohnungen (in Wohngebäuden) genehmigt. Zum gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 192.000, am Tiefpunkt der Baufertigstellungen in 2009 nur knapp 111.000 Wohnungen, also nicht einmal 50 Prozent des heutigen Niveaus. „Angesichts der hohen Ausgangsbasis verlangsamt sich das Wachstumstempo im kommenden Jahr auf etwa drei Prozent. Der Zuwachs resultiert im Neubau aus dem Mehrfamilienhausbau und aus Umbaumaßnahmen. Für 2017 rechnen wir mit der Fertigstellung von insgesamt gut 300.000 Wohnungen“, so der ZDB-Präsident.
Auch im Wirtschaftsbau sei die Nachfrage entgegen den Erwartungen stabil. Im anteilsstarken Hochbau lägen die Auftragseingänge monatlich konstant mit 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Tiefbau bestätige sich die erwartete Entwicklung: Bei den Auftragseingängen verzeichne man ein Wachstum von zirka sieben Prozent pro Monat gegenüber dem Vorjahr, was auch auf steigende Investitionen der Deutschen Bahn zurückzuführen sei. Bis August hat der ZDB im Wirtschaftsbau Umsätze von gut 22 Milliarden Euro registriert, ein Plus von drei Prozent über dem Vorjahreswert. Der ZDB rechnet damit, dass dieses Wachstum auch am Ende des Jahres unter dem Strich steht. Auch 2017 sollte diese positive Entwicklung anhalten: „Wir rechnen wiederum mit einem Wachstum um drei Prozent“, sagte Löwenstein.
Eine deutlich höhere Investitionsbereitschaft als im Vorjahr zeige die öffentliche Hand. Nach Angaben des ZDB lagen die Auftragseingänge bis einschließlich August mit 17,4 Milliarden um 2,7 Milliarden Euro über denen des Vorjahreszeitraums (+18 Prozent). Der Bund investiere vorrangig in den Straßenbau, Länder und Kommunen hauptsächlich in Kitas, Schulen und die Unterbringung von Flüchtlingen. Bis August sei im öffentlichen Bau ein Umsatz von insgesamt 17,3 Milliarden Euro realisiert (+5,2 Prozent) worden. Für das gesamte Jahr 2016 rechnet man beim ZDB mit einer Steigerung um 5,5 Prozent. Die gute Auftragslage sowie deutlich erhöhte Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen ließen 2017 ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent erwarten.
Trotz dieser ermutigenden Entwicklung hat der ZDB auch weniger erfreuliche Zahlen veröffentlicht. „Wie in den letzten Jahren auch legen die Preise für Bauleistungen weiter nur moderat um 2 Prozent zu. Trotz guter Konjunktur verbessert sich die Ertragslage der Unternehmen nicht in gleichem Maße“, teilte Löwenstein mit.
