Bei der Weltmeisterschaft der Berufe in Shanghai wird der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger Niko Schleicher (21) Fünfter und wird mit einer Medal for Excellence für das besonders hohe Ergebnis von 720 Punkten geehrt.
Der Wettbewerb erstreckte sich über 22 Stunden und vier Tage. Die diesjährige Aufgabe der Fliesenleger umfasste insgesamt vier Module, die innerhalb von nur 22 Stunden unter hohem Zeitdruck gefertigt werden mussten. Das erste Wandmodul bestand aus einem anspruchsvollen Schnittbild in Kombination mit einer großformatigen Fliese. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die unterschiedlichen Fliesendicken dar, die beim Verlegen und bei der Ausführung des Schnittbilds berücksichtigt werden mussten.
Im zweiten Wandmodul wurde eine chinesisch inspirierte Tür mit einer Nische gestaltet. Auch hier erschwerten unterschiedliche Fliesendicken die Arbeit. Die Tür wurde mit goldfarbenen Aluminiumschienen eingefasst, die das gestalterische Konzept und den chinesischen Stil unterstrichen.
Das dritte Modul war eine konstruktive Aufgabe. Zunächst musste eine Trennwand gemauert werden, in die ein Waschtisch integriert wurde. Die Waschtischfläche wurde geradlinig und ohne ein eingesetztes Becken gestaltet. Das Gefälle wurde durch einen entsprechenden Gefälleschnitt dargestellt. Zwei Öffnungen symbolisierten dabei den Ablauf und die Wasserzufuhr.
Im vierten Modul musste eine Bodenfläche mit integriertem Duschbereich gefertigt werden. Eine besondere Herausforderung war die präzise Einhaltung der vorgegebenen Maße, die sich am zuvor festgelegten Meterriss orientierten. Dieser diente als verbindliche Höhen- und Maßreferenz für die gesamte Ausführung. Hinzu kam die fachgerechte Ausbildung des Gefälles, das durch einen angedeuteten Gefälleschnitt dargestellt wurde.

„Alle haben gekämpft”
Das deutsche Nationalteam holte in Shanghai Gold im Wettbewerb der Beton- und Stahlbetonbauer mit Tim Arnold (20) und Jakob Distler und Silber im Wettbewerb der Zimmerer mit Florian Dorer (22).
ZDB-Vizepräsident Rüdiger Otto begleitete das Team nach Shanghai und lobte die Ausnahmehandwerker: „Was für eine starke Leistung unseres Teams! Alle haben gekämpft, alles gegeben und gezeigt, was in ihnen steckt. Ganz besonders freuen wir uns natürlich über das Gold für unsere beiden Beton- und Stahlbetonbauer und über die Silbermedaille für unseren Zimmerer! Aber auch die, die es nicht auf die Medaillenplätze geschafft haben, können unglaublich stolz auf sich sein. Ich habe größten Respekt vor dem, was sie erreicht haben. Denn eines ist klar: Bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, ist alles andere als selbstverständlich. Schon der Ausscheidungskampf in Deutschland hatte es in sich und die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hat allen jede Menge Zeit, Kraft und Nerven abverlangt.“
Wie es war, in Shanghai dabei zu sein, unter diesem enormen Zeitdruck zu arbeiten und schließlich zu den Top 5 der Welt zu gehören, erfahren Sie in Ausgabe 9/2026 von F+P Fliesen und Platten in unserem Exklusiv-Interview mit Niko Schleicher.