Zu wenig, zu teuer, zu weit ab vom Schuss: So baut Deutschland. Die Folge ist, dass Wohnen für einen Großteil der Deutschen zur entscheidenden sozialen Frage geworden ist. Zu diesem Ergebnis kommt der 11. Wohnungsbau-Tag, den das Verbändebündnis Wohnungsbau in Berlin veranstaltet hat. Es fordert deshalb einen „Masterplan für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau“. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Ein entscheidender Engpass sei die Kapazität auf dem Bau. Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, sagte dazu auf dem Wohnungsbau-Tag: „Die Bauwirtschaft steht bereit, die Genehmigungen auch in Fertigstellungen umzusetzen. Wir haben unsere Kapazitäten dazu auch noch weiter aufgestockt und seit 2010 mehr als 130.000 Beschäftigte neu eingestellt. Die Zahl der Ausbildungsplätze haben wir allein seit 2015 um 10 Prozent erhöht. Mit 8 Milliarden Euro investieren wir mittlerweile jährlich gut 50 Prozent mehr in Geräte als noch im Jahr 2010. Wir werden unsere Kapazitäten weiter betriebswirtschaftlich nachhaltig anpassen. Im Fokus steht dabei die mittel- und langfristig gesicherte Nachfrage nach Bauleistungen. Hier muss die Politik für stabile Rahmenbedingungen sorgen. Befristete Maßnahmen sind hier kontraproduktiv.“ Das Verbändebündnis Wohnungsbau fordert unter anderem ein „beherztes politisches Zupacken“ mit einer deutlichen Entschlackung der Bauvorschriften und zügigeren Genehmigungsverfahren.
Grundstücke werden teurer
Ein weiterer Knackpunkt sei das Bauland, das zunehmend rarer und somit teurer werde, so das Verbändebündnis Wohnungsbau. Im sozialen Wohnungsbau werde nur ein Drittel der jedes Jahr benötigten 80.000 Wohnungen gebaut. Gefragt sind laut Verbändebündnis Wohnungsbau hier Bund und Länder, die „schnell eine Strategie entwickeln und finanziell enorm nachlegen“ müssten.
Studie untersucht Bauen in Deutschland
Ausgerechnet in den 40 Städten mit der brisantesten Lage auf dem Wohnungsmarkt wird zu wenig gebaut. Das zeigt die Studie „Wer baut Deutschland?“, die das Prognos-Institut auf der Tagung präsentierte. Der Neubau verlagere sich ins Umland oder in den Speckgürtel.
Die Folgen des Wohnungsmangels seien zum einen, dass die Wohnungen rund zehn Prozent kleiner werden. Zum anderen haben private Investoren und Projektentwickler aufgrund der Grundstückspreise kaum Spielraum, bezahlbar und rentabel zu bauen.
