Schäfer-Gümbel Wiedereinführung Meisterpflicht
Von links: Gerhard Citrich (IG Bauen-Agrar-Umwelt), Günter Marksteiner (Landesfachgruppenleiter für das Fliesenlegerhandwerk im Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.), Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, Jürgen Kullmann (Stellvertretender Bundesvorsitzender des Fachverbands Fliesen und Naturstein im ZDB), Rudolf Voos (Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) und Rainer von Borstel (Hauptgeschäftsführer des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen).

2017-07-25T00:00:00Z Wiedereinführung der Meisterpflicht – Schäfer-Gümbel will prüfen

Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat bei einem Meinungsaustausch mit Vertretern des Fliesenlegerhandwerks im Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen zugesichert, die Möglichkeiten für eine Wiedereinführung der Meisterpflicht mit seinen sozialdemokratischen Kollegen in Brüssel und Vertretern der EU-Kommission zu erörtern.

Wörtlich sagte Schäfer-Gümbel, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei ist: „Wenn wir eine rechtlich wasserdichte Lösung hinbekommen, werden Verbesserungen für das Handwerk sicher nicht an meiner Partei scheitern.“ Gleichzeitig forderte er mehr Sachlichkeit in der Debatte um die Meisterpflicht. „Unverbindliche Absichtserklärungen helfen dem Handwerk nicht weiter. Wir müssen konkret prüfen, ob eine Wiedereinführung der Meisterpflicht europarechtlich tatsächlich möglich ist“, so Schäfer-Gümbel.

An dem Gespräch in Frankfurt am Main nahmen neben Schäfer-Gümbel unter anderen der Landesfachgruppenleiter für das Fliesenlegerhandwerk im Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. Günter Marksteiner, der Stellvertretende Bundesvorsitzende des Fachverbands Fliesen und Naturstein im ZDB Jürgen Kullmann und als Gewerkschaftsvertreter der IG Bauen-Agrar-Umwelt Gerhard Citrich teil. Marksteiner und Kullmann bezeichneten die Abschaffung der Meisterpflicht als „fatalen Fehler“. „Die Politik versprach sich durch die Abschaffung einen Wachstumsschub für das Handwerk und nachhaltig mehr Beschäftigung. Davon ist rein gar nichts zu spüren.“

Waren es 2004 bundesweit noch 3.029 Auszubildende, schrumpfte diese Zahl 2015 auf 2.209. Gleichzeitig sei die Zahl der Meisterprüfungen in diesem Zeitraum um 73 Prozent von 423 auf nur noch 114 bestandene Prüfungen gesunken, so Marksteiner und Kullmann. „Durch die fehlende Qualifikation tummeln sich auf deutschen Baustellen zuhauf einzelne Fliesenleger ohne Qualifikation, die sich auch als Scheinselbstständige für Bau- und Ausbauarbeiten aller Art verdingen. Somit ist die Schwarzarbeit faktisch legalisiert.“ Die Leidtragenden seien oft Bauherren und Verbraucher, die mit viel Pfusch am Bau zu leben hätten.

www.fachverbandfliesen.de

www.bgvht.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
Newsletter