Eine fröhliche Gruppe von vier Personen posiert gemeinsam vor einer dekorativen Wand aus vertikal verlegten, braun und beige gemusterten Fliesen auf einer Fachmesse.
Das F+P-Team auf der Cersaie 2026: die beiden Italienkorrespondenten Uwe Leppert und Annette Piepenburg sowie Nicole Bitter und Michael Schmidt-Driedger (von rechts) (Quelle: RM Rudolf Müller Medien)

Cersaie: „Weiterhin ein zentraler Termin“ 2026-10-29T12:37:56.303Z Cersaie: „Weiterhin ein zentraler Termin“

Unsere Italienkorrespondenten Annette Piepenburg und Uwe Leppert waren für uns – wie bereits seit vielen Jahren und gar Jahrzehnten – auf der Cersaie 2026 im Einsatz. Annette haben wir zudem in Bologna Richtung Ruhestand verabschiedet. 1989 (!) war sie erstmals für F+P auf der Cersaie und gibt hier ein ganz persönliches Resümee.

F+P: Annette, wie hast du deine letzte Cersaie wahrgenommen?

Annette Piepenburg: Für mich ist es immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sich ein leeres Messegelände innerhalb kurzer Zeit in eine beeindruckende Welt aus Materialien, Farben, Formen und Ideen verwandeln kann. Auch diese Cersaie hat wieder gezeigt, wie vielseitig Fliesen und keramische Produkte eingesetzt werden können und welche nahezu unbegrenzten Möglichkeiten sie bei der Gestaltung von Räumen und Umgebungen bieten.
Trotz der derzeit geopolitisch schwierigen Situation konnte man bei den Ausstellern eine große Innovationsbereitschaft erkennen und das scheint die vielen nationalen wie internationalen Besucher anzuziehen. Für mich ist die Cersaie nach wie vor weit mehr als eine Messe, auf der Produkte präsentiert werden. Sie ist vor allem ein Ort, an dem Lösungen, Trends und neue Gestaltungsideen entstehen und sichtbar werden. Dabei wird immer deutlicher, welch wichtige Rolle die Keramik heute in der Architektur und im Interior Design einnimmt.

Wie hat sich die Messe seit 1989 entwickelt?

Wenn ich die Cersaie von 1989 mit der heutigen Messe vergleiche, liegen da wirklich Welten dazwischen. Damals war vieles noch deutlich produktorientierter und vor allem auf Händler und Verarbeiter der Fliesenbranche fokussiert. Heute ist die Cersaie eine internationale Plattform für Design, Architektur, Technologie und Trends. Und diese Entwicklung betrifft nicht nur die Fliesen. Auch die Bereiche Bauchemie, Verlegetechnik, Werkzeuge und Zubehör sind heute ein wichtiger Bestandteil des Messeangebotes.
Das Fliesenangebot hat sich enorm weiterentwickelt: Formate, Oberflächen, Farben und technische Eigenschaften bieten heute Möglichkeiten, die man sich damals kaum vorstellen konnte, wie zum Beispiel der Einsatz von Keramik für Küchen- und Wohnzimmertische oder andere Möbelanwendungen. Fliesen sind heute zu einem wichtigen Gestaltungselement im privaten wie gewerblichen und öffentlichen Ausbau geworden, wobei auch Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und effiziente Herstellung und Nutzung der Materialen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Und wie schätzt du ihre Zukunft ein?

Ich denke, dass die Cersaie, trotz des Fehlens einiger großen Markteilnehmer, auch zukünftig weltweit ihre Berechtigung hat und weiterhin ein zentraler Termin für Hersteller/Aussteller und Besucher bleiben wird. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in einer Zeit der digitalen und virtuellen Möglichkeiten Messen wie diese noch wertvoller werden. Denn sie bringen nicht nur Menschen persönlich zusammen, sondern ermöglichen es auch, Produkte, Materialien und Lösungen unmittelbar zu erleben.
Ich glaube, die Cersaie wird sich gemeinsam mit der Branche weiterentwickeln. Es wird spannend zu sehen sein, welche neuen Einsatzmöglichkeiten für Keramik noch machbar sind, in der Architektur, im Interior Design, bei Möbeln und wahrscheinlich auch in Bereichen, an die wir heute noch gar nicht denken. Und genau das macht, meines Erachtens, die Messe so interessant. Sie zeigt nicht nur, was mit Keramik möglich ist, sondern auch, wie diese Ideen technisch und dauerhaft umgesetzt werden können.

zuletzt editiert am 29. Oktober 2026
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