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Volker Geyer, Autor dieses Artikels, betreibt seinen Blog unter www.malerische-wohnideen.de/blog (Screenshot: www.malerische-wohnideen.de/blog)

2012-10-02T00:00:00Z Weblog für Handwerker: Erfahrungen und Praxistipps

Brauchen Handwerker ein Weblog, kurz Blog? Sieben bloggende Handwerker aus unterschiedlichen Branchen berichten in im folgenden Beitrag, worüber sie bloggen, wie viele Menschen ihren Blog verfolgen, wie sich das auf den Umsatz auswirkt und geben Einsteiger-Tipps. (Screenshot: www.malerische-wohnideen.de/blog)

"Ein Weblog ist ein auf einer Website geführtes und damit öffentlich einsehbares Tagebuch, in dem mindestens eine Person, der Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt", so schreibt es wikipedia.de. Aber: Braucht das ein Handwerksbetrieb?

Der Herausgeber oder Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Inhalt und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Tuns und von Meinungen zu spezifischen Themen. Es ähnelt einem Internetforum, je nach Inhalt auch einer Internet-Zeitung.

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Volker Geyer betreibt seinen Blog unter www.malerische-wohnideen.de/blog (Screenshot: www.malerische-wohnideen.de/blog).

"Ich persönlich habe diese Art Marketing im September 2010 begonnen und es unterstützt uns wesentlich, derzeit etwa 2.500 bis 3.000 Besucher und Leser täglich auf die Internetseiten unseres kleinen Handwerksbetriebes zu bekommen", schreibt der bloggende Handwerker Volker Geyer. "Der Zuwachs liegt etwa bei fünf bis sieben Prozent von Monat zu Monat. Die Popularität unseres Betriebes nimmt dadurch Größenordnungen an, die wir uns vorher nicht gewagt haben, zu träumen. Unsere Firmenumsätze daraus nehmen stetig zu.

Was schreibt man in einem Blog? Ich schreibe über die täglich in unserem Betrieb passierenden Dinge, über interessante Projekte, berichte von unseren Baustellen, ich interviewe zufriedene Kunden, schreibe über Missgeschicke, über Servicewüsten und anderes mehr. Und zwar ehrlich, offen und in lockerer Schreibweise. Wie kommen so viele Leser auf diese Beiträge? Die Verbreitung dieser meist kurzen, aber kurzweiligen Artikel erfolgt bei uns über Twitter, Facebook & Co. Je mehr Social-Media-Kontakte wir haben, desto mehr Leser gewinnen wir für unser Blog. Sehen Sie unter www.malerische-wohnideen.de/blog wie unser Blog aufgebaut ist, welche Inhalte es hat."

Braucht das ein Handwerksbetrieb?

Dazu hat der bloggende Handwerker Volker Geyer. ich sechs bloggende Handwerksmeister/innen aus unterschiedlichen Branchen befragt. Lesen Sie über deren Erfahrungen und deren Tipps zum Thema Weblog für Handwerksfirmen.

Blog "Essen kommen!"

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Ludger Freese, Fleischermeister aus Visbeck betreibt den Blog „Essen kommen!“

Ludger Freese, Fleischermeister aus Visbeck betreibt den Blog "Essen kommen!". Er ist der Urvater aller bloggenden Handwerksmeister, startete im März 2007 mit seinem eigenen Blog, weil es ihm Spaß macht Dinge mitzuteilen und anderen einen Nutzen zu bieten. Auf seinem Blog gibt es interessante Rezepte, Hintergrundberichte über Mitarbeiter, die Region oder über Kollegen. Er will in erster Linie Unterhaltung bieten. "Werbebeiträge gehen auf einem Blog gar nicht" meint Freese. Er schreibt fast täglich und nennt sein Blog die "Kronjuwele" seiner Social-Media-Arbeit. 850.000 Besucher hatte es im vergangenen Jahr. Direkte Umsatzsteigerungen kann er deutlich und messbar feststellen. Durch sein Blog ist er in den Suchmaschinen top platziert.

Sein Tipp für Handwerksmeister: "Nur wer es versteht, dem mündigen und aufgeklärten Kunden authentisch, offen, ehrlich, respektvoll und humorvoll zu begegnen, wird künftig lukrative Aufträge bekommen. Dabei ist der Preis oft gar nicht mehr entscheidend. Ihr potentieller Kunde verhält sich im Internet genau wie Sie. Wenn er Ihnen dort immer wieder begegnet und regelmäßig auf Empfehlungen und positive Bewertungen stößt, wird er irgendwann Ihr Kunde. Wenn Sie nicht aktiv werden, macht es Ihr Mitbewerber. Warten Sie nicht. Fangen Sie mit bloggen an. Es ist total einfach."

www.blog.fleischerei-freese.de

"Service-Blog"

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Heike Eberle, Bauunternehmerin aus Landau betreibt den „Service-Blog“.

Heike Eberle, Bauunternehmerin aus Landau betreibt den "Service-Blog". Tägliches Schreiben ist für sie sehr wertvoll. Sie verarbeitet mit dem Schreiben für sich das, was im Außen so alles passiert. "Ich spüre, wie ich mich seither viel schneller weiterentwickelt habe", sagt sie. Ihr Weblog nimmt einen "ganz zentralen" Stellenwert in ihrem Marketing-Mix ein, er ist das Fundament ihrer Social-Media-Maßnahmen. Seit Ende 2010 ist sie begeisterte Bloggerin. "Meine Leidenschaft ist der Service und damit grenze ich mich mit unserer Firma Eberle-Bau von den Wettbewerbern ab".

Heike Eberle schreibt zwei bis drei Mal pro Woche Blogbeiträge und veröffentlicht diese über Twitter, Facebook und Co. Auch führt sie Interviews mit positiv auffallenden Handwerkskollegen. Diese Interviews veröffentlicht sie ebenfalls in Ihrem Blog und schafft sich damit gewinnbringende Vernetzungen. Schließlich bloggt sie auch darüber, was und wie Eberle baut und saniert. "Unsere Kunden und Interessenten lernen uns über das Blog besser kennen. Sie erfahren, wie wir denken, wie wir bauen und sanieren und wie wir mit ihnen umgehen. Das bringt uns gegenüber unseren Wettbewerbern einen riesigen Vorteil". Für Heike Eberle ist ihr Blog eine Bühne des Vorverkaufens. "Wer das Bloggen verstanden hat und umzusetzen weiß, wird künftig das Spiel gewinnen" so Heike Eberle.

Ihr Tipp für Handwerksmeister: Bloggen ist wie jede Marketingaktion eine ausdauernde Angelegenheit. Nur derjenige wird Erfolg haben, der ein hohes Maß an Selbstdisziplin an den Tag legt und mit Freude und tiefster Überzeugung sein Blog mit interessanten Themen bestückt, ihn regelmäßig hegt und pflegt. Blogger müssen auch mal Kritik ertragen und sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen können.

www.eberlebau-landau.de/serviceblog

"apprico"

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Heike Schauz, Malermeisterin/Feng Shui Expertin aus Baden-Baden betreibt „apprico“.

Heike Schauz, Malermeisterin/Feng Shui Expertin aus Baden-Baden betreibt "apprico". Am Anfang ihrer Blog-Karriere, im Februar 2010, sammelte Heike Schauz erst mal alles, was sie im Internet über Feng Shui fand und strickte daraus ihre Blogbeiträge. Heute schreibt sie über die zahlreichen eigenen Projekte, über ihre veröffentlichten Bücher und Geschichten aus ihrer täglichen Arbeit. Durch ihren Blog wird sie als Feng Shui Expertin nun in ganz Deutschland wahrgenommen und mittlerweile führt sie beachtliche 50 Prozent ihres gesamten Umsatzes auf ihre Blogaktivitäten zurück.

Zwischen 1000 und 1200 Leser verzeichnet ihr Blog "apprico" derzeit im Monat, Tendenz steigend. Es ist Heike Schauz sehr wichtig, regelmäßig ein bis zwei Mal pro Woche dort einen neuen Beitrag zu veröffentlichen. "Nichts ist schlimmer, als am Anfang euphorisch zu sein, viele Beiträge zu verfassen und dann monatelang nichts mehr zu schreiben. Das sieht für einen Leser aus, als wenn man im richtigen Leben ebenso agiert" mein Heike Schauz.

Ihr Tipp für Handwerksmeister: Bleiben Sie entspannt! Es müssen nicht nur hochqualifizierte Artikel drin stehen. Zu professionell wirkt eher unnatürlich. Partyberichte und Geschwafel sind in einem Blog aber nicht angebracht. Machen Sie sich einen kleinen Zeitplan, wann Sie schreiben wollen, es muss nicht jeden Tag sein. Sammeln Sie interessante Artikel-Ideen oder Berichte mit Stichwörtern in einem extra Ordner auf Ihrem PC, daraus entstehen Blogbeiträge.

www.appricohs.blogspot.de

"Heyse Das Blog"

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Matthias Schulze, Malermeister aus Isernhagen betreibt „Heyse – Das Blog“.

Matthias Schulze, Malermeister aus Isernhagen betreibt "Heyse Das Blog". Aus reiner Neugierde hat Matthias Schulze 2010 damit begonnen, einen eigenen Weblog zu schreiben. Heute ist es eine Leidenschaft, die fest in seinem Handeln als Geschäftsführer und Inhaber eines 30-Mitarbeiter Handwerksbetriebes integriert ist. "Der Heyse-Blog nimmt mittlerweile den größten Stellenwert unseres Firmenmarketings ein und auch den lukrativsten", so der Unternehmer.

Drei bis vier Blogbeiträge zu authentischen Liveberichten aus dem Unternehmensalltag gehen bei ihm jede Woche online. Er schreibt über interessante Projekte, über Ausbildung, über soziales Engagement. Sogar über die wenigen eingehenden Kundenbeschwerden schreibt er und wie man in seinem Betrieb damit umgeht. Seinen Umsatz aus dem Web 2.0 resultierend bewertet Matthias Schultze mit knapp 30 Prozent. Das ergibt bei 30 Mitarbeitern eine stolze faktische Summe. Bei den Besucherzahlen weiß Matthias Schultze nicht genau, wem man Glauben schenken soll. Google-Analytics wirft deutlich andere Zahlen aus, als sein Internetprovider. Irgendwo im fünfstelligen Bereich bewegen sich die Besucherzahlen auf seiner Seite pro Monat.

Sein Tipp für Handwerksmeister: "Definieren Sie klare Ziele im Unternehmen und kommunizieren Sie nicht ins Blaue. Geduld ist erforderlich, nichts überstürzen ist wichtig. Das Thema Web 2.0 wird die Zukunft von Dienstleistungsunternehmen sehr stark beeinflussen. Nehmen Sie mit bereits aktiven Handwerkskollegen Kontakt auf, beschäftigen Sie sich mit Social Media. Achtung: Diese Aktivitäten sind Chefsache. Als Faustregel gilt hier, sich zwei Stunden täglich dafür einrichten zu können."

www.blog.maler-heyse.de

"Teeren und Federn"

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Jens Heim, Tiefbauunternehmer aus Tuttlingen betreibt das Blog „Teeren und Federn“.

Jens Heim, Tiefbauunternehmer aus Tuttlingen betreibt das Blog "Teeren und Federn". Als er im September 2011 mit einem privaten Blog anfing, war er noch nicht davon überzeugt, dass ein Blog für einen Handwerkebetrieb das richtige Marketingwerkzeug ist. Heute sieht er das anders, nennt sich einen leidenschaftlichen Blogger, der es genießt, kreativ und frei seine Geschichten schreiben und veröffentlichen zu können. "Ich weiß, dass es viele bessere und geeignetere Schreiber gibt. Aber es befreit mich, gewisse Dinge niederzuschreiben", outet sich der Bauunternehmer, dessen Deutschlehrer ihm zu Schulzeiten abriet, sein Geld irgendwann einmal mit dem Schreiben verdienen zu wollen.

Mit seinen Beiträgen will er seiner Leserschaft zeigen, "dass wir als Betrieb anders sind" so Heim. Er schreibt über Erlebnisse aus seinem Alltag als Unternehmer, über den Teamgeist seiner Mitarbeiter, über Selbstmanagement und auch Fachbeiträge über Themen wie Straßen- und Tankstellenbau bekommt man im "Teeren und Federn"-Blog zu lesen. Somit wird er in seinem Umfeld und darüber hinaus noch stärker als Experte wahrgenommen. "Das Blog ist immens wichtig, ich hatte das deutlich unterschätzt. Das Umfeld erfährt durch das Bloggen von einem selbst und vom Unternehmen mehr, als mit jeder anderen Art von Kommunikation. Jede Werbedrucksache, jede Anzeige und jeder Werbespot kann das nicht vermitteln", bringt es der Tiefbauunternehmer auf den Punkt. Seit Blog und Social Media sind die Besucherzahlen seiner Internetseiten förmlich explodiert, sie liegen monatlich im fünfstelligen Bereich.

Seine Tipps für Handwerksmeister: "Zum Bloggen braucht es erst mal Mut. Aber jeder Handwerksunternehmer hat interessante Geschichten zu erzählen, jeder Tag ist anders, jeden Tag passiert etwas Interessantes. Sie glauben nicht, wie viele Menschen sich dafür interessieren. Anerkennen und loben Sie Ihre Mitarbeiter öffentlich, immer und immer wieder. Sie werden dadurch hoch motiviert sein, Sie als Arbeitgeber werden für künftige Fachkräfte äußerst attraktiv. Als Blogger habe ich sehr interessante, offene Menschen kennen gelernt und bin dadurch in meiner persönlichen Entwicklung deutlich nach vorne gekommen."

www.blog.heim-tuttlingen.de

"Blog malerdeck"

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Werner Deck, Malerunternehmer aus Karlsruhe, betreibt den „Blog malerdeck“.

Werner Deck, Malerunternehmer aus Karlsruhe, betreibt den "Blog malerdeck". "Der Blog ist für mich ein sehr dynamisches Medium, auf dem aktuelle Ereignisse unmittelbar im Internet bekannt gemacht werden können. Bei mir nimmt der Blog die zentrale Stelle ein. Hier bewegt sich etwas, damit kann ich viele Menschen erreichen", gibt der Malerunternehmer, der im März 2010 mit dem Bloggen begann, unmissverständlich seine Begeisterung preis. Sein Blog-Motto lautet "Live-Infos aus dem spannenden Unternehmeralltag". Werner Deck schreibt täglich Beiträge, manchmal mehrere. "Ich schreibe über alles, was ich so erlebe oder was mich umtreibt. Genauso, wie ich abends meiner Frau erzähle, was ich tagsüber so alles berichtenswerterweise erlebt habe", sagt Deck. Sein Blog verzeichnet im Monat etwa 110.000 Klicks (Stand Juni 2012), er konnte mit Social Media Marketing in 2011 seine Kunden der Altersgruppe 30 bis 50 Jahre um 132 Prozent steigern.

Seine Tipps für Handwerksmeister: "Am besten einfach anfangen und machen. So sammelt man am schnellsten Erfahrung und kommt schnell zu guten Ergebnissen. Es ist ähnlich wie beim Radfahren. Das kann man nicht theoretisch, mit einem Buch oder mit einem Vortrag. Ich muss mich auf das Fahrrad setzen und losfahren. Nur dadurch kann ich es auch lernen. So ist es beim Bloggen ebenso."

www.malerdeck.de/blog

"Bei diesen sechs Handwerkskollegen und bei mir hat sich das Weblog zu einer echten Marketingwaffe entwickelt, die nicht mehr wegzudenken ist", schreibt Volker Geyer. "Wenn Sie auch etwas zu erzählen haben und das Schreiben nicht zu Ihren größten Schwächen gehört, dann starten Sie jetzt Ihr eigenes Weblog. Eine beliebte, kostenfreie Software dafür ist z. B. WordPress".

zuletzt editiert am 11. März 2021
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