Lkw vor Bergkulisse
In Deutschland sind Betriebe in ländlichen Regionen auf ihre Lkw angewiesen – sie können nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen. (Quelle: Pixabay)

Betrieb

24. January 2022 | Teilen auf:

Wahrscheinlich keine Maut für Handwerker-Lkw

In Deutschland sind Handwerkerfahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen von der streckenabhängigen Lkw-Maut befreit – doch die EU-Kommission wollte diese Ausnahme kippen. Jetzt gibt es eine Einigung.

Im Dezember 2020 hatten die EU-Verkehrsminister eine Einigung erzielt, die es den EU-Mitgliedsländern überlässt, diese Fahrzeuge von Unternehmen außerhalb des Transportgewerbes von der Maut auszunehmen, wenn sie damit ihre Materialien befördern. Jetzt hat der Verkehrsausschuss des Europaparlaments diese Ausnahme bestätigt. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, sagt dazu: „Wir haben die Handwerkerausnahme gefordert und begrüßen dieses Zwischenergebnis daher. Jetzt muss das Plenum des Europaparlaments abschließend zustimmen.“

Maut wäre große Belastung

„Die Handwerkerausnahme ist dringend erforderlich. Denn in Deutschland wären die baugewerblichen Betriebe von einer Mautpflicht durch das im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten extrem große Mautnetz finanziell unverhältnismäßig belastet“, so Pakleppa. „Das deutsche Mautnetz erstreckt sich nämlich mittlerweile neben den Autobahnen auch auf das gesamte Bundesstraßensystem und damit auf insgesamt 52.000 km.“

Anders als im Transportgewerbe kann die streckenbezogene Maut im Baugewerbe nicht dazu führen, dass andere Verkehrsmittel genutzt werden. Gerade im ländlichen Raum sind längere Anfahrtswege für die Baubetriebe unvermeidlich.

„Wir begrüßen das Votum des Verkehrsausschusses ausdrücklich und fordern das Europaparlament auf, in seiner abschließenden Befassung die Ausnahmeoption für Fahrzeuge von Handwerksunternehmen zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen zu beschließen. Damit werden den Bauunternehmen zusätzliche Bürokratie und Kosten erspart“, so Pakleppa.

zuletzt editiert am 20.01.2022