Wärmeflussoptimierter Konstruktionsaufbau (Foto: steinkultur.eu)

Naturstein 2015-03-10T00:00:00Z Wärmeflussoptimierte Konstruktionsaufbauten mit Naturstein

Die Kosten für Immobilien steigen stetig. Neben einem starken Sanierungsmarkt liegt sogar der Neubausektor wieder im Aufwärtstrend. Hierbei ist jedoch nicht mehr der Billigwohnraum der Nachkriegsjahre gefragt. Unterhaltskosten sowie eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Ausstattung der Gebäude fließen immer stärker in die Kaufentscheidung ein. (Foto: steinkultur.eu)

Um Bodenbeläge in Bezug auf den Wärmefluss möglichst effizient zu planen, kann man sich eine ganz einfache Regel merken. Die Baustoffe oberhalb der Heizrohre sollten eine möglichst hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, während alle Bauteile unterhalb der Heizrohre eine möglichst geringe Wärmeleitfähigkeit haben sollten. Keramische Fliesen und Platten werden in der Öffentlichkeit als sehr gute Bodenbeläge auf Fußbodenheizungen angesehen und haben ihre Tauglichkeit tausendfach unter Beweis gestellt. Doch wer seinen Bodenbelag aus Naturstein fertigt, der hat die bessere Auswahl getroffen, denn Naturstein hat im Vergleich zu keramischem Feinsteinzeug in der Regel eine zwei- bis dreimal höhere Wärmeleitfähigkeit.

Träge Masse

Ein weiteres Konstruktionselement, das oberhalb der Heizrohre liegt, ist die Lastverteilungsschicht. Sie wird meist konventionell als Zementestrich ausgeführt und benötigt eine große Dicke. Dies bedingt ein hohes Flächengewicht und macht das Heizsystem träge. Durch diese träge Masse wird der Vorteil der guten Wärmeleitfähigkeit, den ein Natursteinoberbelag im Vergleich zu einem keramischen Belag bringt, stark reduziert. Hier sind dünnschichtige Systeme gefragt, die eine rasche Weiterleitung der Wärme ermöglichen und somit die Aufheizphase des Systems verkürzen. Mittlerweile sind dünnschichtige Warmwasser-Flächenheizsysteme am Markt erhältlich, die diese Masse erheblich reduzieren. Dadurch erreichen Räume mit einem Naturstein Bodenbelag wesentlich schneller die gewünschte Betriebstemperatur. Somit werden lange Aufheizphasen vermieden.

Doch bei den Betrachtungen des Konstruktionsaufbaues sollte man auch die unter den Heizungsrohren liegenden Schichten nicht vergessen, denn diese sind für die Transmissionswärmeverluste entscheidend, vor allem dann, wenn die Bodenbelagskonstruktion an eine erdberührte Bodenplatte oder an eine Hüllfläche mit direktem Außenkontakt, wie beispielsweise eine Hofdurchfahrt, grenzt. Auch hier spielt die Wärmeleitfähigkeit und Dicke der Baustoffschichten eine entscheidende Rolle.

Messbare Daten für Wiederverkauf

Letztlich wirkt sich die Qualität der Ausstattung eines Gebäudes in Bezug auf Energieeinsparung in der heutigen Zeit auch auf seinen Wiederverkaufswert aus. Um Gebäude in ihrem Wert zu erhalten, genügt es künftig nicht mehr, Gebäude vor dem Verkauf lediglich neu zu streichen oder kleinere Schönheitsreparaturen vorzunehmen. Hier werden künftig messbarere Daten abverlangt. Der Energiepass ist da wohl erst der Anfang. Zurzeit müssen Neubauten der EnEV (Energieeinsparverordnung) 2014 entsprechen. Bereits ab 2016 wird die EnEV 2016 in Kraft treten, die gegenüber der EnEV 2014 ein um circa 25 Prozent verschärftes Anforderungsprofil hat.

Doch heute ist man bereits in der Lage, diese Anforderungen zu erfüllen. So wurde ein Jura Kalkstein auf einem dünnschichtigen Warmwasser-Flächenheizsystem verlegt. Jura Kalksteine verfügen gemäß Angaben der Industrievereinigung Altmühltaler Kalksteine e.V. über einen λ-Wert von 2,3 W/m x k. Unterhalb der Flächenheizung befindet sich ein VIP (Vakuum –Isolationspanel) von 25 Millimetern Dicke. Dieses Panel weist einen λ-Wert von 0,002 W/m x k auf. Zum Vergleich liegen λ-Werte von Mineralwolle und Polystyrolschäumen in der Regel zwischen 0,03 – 0,045 W/m x k (mehr als eine Zehnerpotenz höher!).

Nach Berechnungen von Manfred Rupprecht, produkttechnischer Leiter der Proline Energy GmbH, wird bei diesem Konstruktionsaufbau der geforderte U-Wert der neuen EnEV 2016 um das Achtfache übertroffen. Sicherlich kein unwichtiger Verkaufsfaktor, wenn man bedenkt, dass Gebäude bei ihrem Verkauf nicht an den geforderten gesetzlichen Werten zum Zeitpunkt ihrer Erstellung gemessen werden, sondern an dem, was der Markt zum Verkaufszeitpunkt zu bieten hat.

Datenbank Naturstein

Weitere Beiträge von Naturstein-Experte Detlev Hill

zuletzt editiert am 11. März 2021
Newsletter