Vom Maschinenbauingenieur zum Fliesenleger: Simon Baumann
Kein Karriereschnitt, sondern eine perfekt auf ihn zugeschnittene Zukunft: Simon Baumann hat nach seinem Studium eine Ausbildung als Fliesenleger absolviert. (Foto: Handwerkskammer Konstanz)

2018-11-14T00:00:00Z Vom Maschinenbau-Ingenieur zum Fliesenleger

Mit 21 Jahren stand Simon Baumann die ganze Welt offen. Der frischgebackene Maschinenbauingenieur hatte viele verlockende Jobangebote aus der Industrie. Doch Baumann entschied sich anders: Er wurde Fliesenleger. (Foto: Handwerkskammer Konstanz)

Immer mehr junge Leute mit Abitur setzen auf eine handwerkliche Ausbildung. Simon Baumann ist ein gutes Beispiel für diesen Trend: Während seines dualen Maschinenbaustudiums hatten ihm die Phasen im Betrieb die Augen geöffnet: „Ich bin jeden Tag nur noch im Büro gesessen – gleicher Platz, gleicher Bildschirm, gleiche Leute. Das war mir dann zu langweilig“, so Baumann. Im Herbst 2016 begann er deshalb seine Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Zwei Jahre später darf sich der mittlerweile 23-Jährige aus Eggingen frisch ausgelernter Geselle nennen.

Baumann ist ehrgeizig. Die Gesellenprüfung soll nur der Anfang gewesen sein: „Ich habe die Möglichkeit bekommen, mich für ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich möchte auf jeden Fall weitermachen und in Richtung Meister gehen. Und vielleicht irgendwann noch den Fachwirt draufsetzen.“ Das übergeordnete Ziel von Simon Baumann ist jedoch das Führen eines eigenen Betriebs. Das liegt auch nahe: Sein Vater Markus Baumann hat einen Meisterbetrieb für Fliesen, Platten und Naturstein in Eggingen im Landkreis Waldshut.

Traumjob Fliesenleger
„Mein eigener Chef zu sein, reizt mich. Ich möchte Verantwortung übernehmen. Als Fliesenleger hat man ein vielfältiges Arbeitsfeld. Man hat Kundenkontakt. Man ist auf der Baustelle. Auch Planung, Angebot und Rechnungsstellung sind mit dabei. Es ist vielseitig und abwechslungsreich“, beschreibt Baumann seinen Traumjob. Im Gegensatz zum Studium kann er als Fliesenleger seine theoretischen Planungen auch selbst handwerklich umsetzen. „Man hat sich nicht nur etwas gedacht, sondern es wird auch wirklich umgesetzt und da kann man ein bisschen drauf stolz sein.“

Tendenz steigend: Azubis mit Abitur
4.381 junge Menschen waren Ende 2017 im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz in einer handwerklichen Ausbildung. Die meisten Berufsanfänger kommen aus der Realschule und der Haupt- beziehungsweise Werkrealschule. Allmählich entdecken aber auch immer mehr Abiturienten das Handwerk für sich. Zum Stichtag hatten 11,5 Prozent der Auszubildenden als schulische Vorbildung die Hochschulreife zu Buche stehen. Ein Vorteil für Abiturienten: Sie haben die Möglichkeit, die Ausbildung in verkürzter Form zu absolvieren. Zusätzlich zur potenziellen Ausbildungsverkürzung um bis zu zwölf Monate, besteht bei guten Leistungen auch die Aussicht, die Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung um ein halbes Jahr vorzuziehen.

www.hwk-konstanz.de

zuletzt editiert am 12. Juni 2025
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