Das jährliche Treffen des Bundesverbands des Deutschen Fliesenfachhandels (VDF) heißt Mitgliederversammlung, ist aber eigentlich viel mehr: Neben den VDF-Unternehmern trafen sich letzte Woche deutsche, italienische und spanische Verbandsvertreter sowie der FFN-Chef und etliche Hersteller der Branche in Berlin. (Fotos: sg)


Gemeinsames Ziel ist die positive Weiterentwicklung des Fliesenmarkts und damit es nicht bei der „Innensicht“ bleibt, runden namhafte Referenten mit Vorträgen zu aktuellen Themen das Programm ab. Dazu zählte in diesem Jahr gleich zweimal die Digitalisierung. Wir berichten ausführlich darüber in der nächsten Print-Ausgabe.
Die Marktzahlen erläuterte Carlo Cit von der Hansa Unternehmensberatung. „Der deutsche Fliesenmarkt hat 2016 im Vergleich zu 2015 um 2,5 Prozent zugelegt. Das gesamte Absatzvolumen ist 2016 auf 130,5 Millionen Quadratmeter angewachsen – rund 60 Prozent davon sind Bodenfliesen.“ Cit verwies darauf, dass die Absatzentwicklung seit 2009 positiv ist. 2009 wurden nur 105 Millionen Quadratmeter im deutschen Markt abgesetzt. Das Wachstum seitdem entspricht einer Steigerung von 25,5 Millionen Quadratmeter oder 24,3 Prozent.
Dabei hat der Fliesenhandel generell im abgelaufenen Jahr seine starke Position im Markt nochmals verbessert. „Er ist der dominierende Verteiler im deutschen Markt. Auch das Fliesenhandwerk war 2016 hervorragend ausgelastet.“ Immer negativer macht sich allerdings das Fehlen von Fachhandwerkern bemerkbar und der eklatante Rückgang von Auszubildenden. „Bei steigender Bautätigkeit sind davon alle Handwerksbereiche betroffen“, fasste Cit zusammen, „und die Situation weitet sich zu einem Problem aus, das aber kaum gelöst werden kann.“
Und wie sieht die Prognose für 2017 aus? „Ich gehe davon aus, dass der Fliesenabsatz 2017 im deutschen Markt ein Volumen von rund 135 Millionen Quadratmeter erreichen wird“, so Cit. „Aus 2016 gibt es große Überhänge nach 2017 und aus dem laufenden Jahr auch nach 2018. Mit diesem Volumen erreichen wir eine Kapazitätsgrenze, die in den nächsten zwei Jahren kaum überschritten werden kann. Es fehlen uns die Fachkräfte am Bau, um das ,Mehr' an Aufträgen abzuarbeiten.“
„Tatsache ist: Wenn wir seit Jahren nicht die so genannten Generalisten hätten, die ein erhebliches Volumen an Boden- und Wandfliesen verarbeiten, hätte der Fliesenabsatz im deutschen Markt stagniert und ein Zuwachs von etwa 30 Millionen Quadratmeter, der von 2009 bis 2017 zu verzeichnen ist, wäre nicht möglich gewesen.“
Einen ausführlichen Überblick über alle Themen der VDF-Mitgliederversammlung finden Sie in der Mai-Ausgabe von FLIESEN & PLATTEN.