Umsatzplus für die Bauwirtschaft im nächsten Jahr
Marcus Nachbauer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, erläutert die Umsatzzahlen bei der Jahrespressekonferenz seines Verbands. (Screenshot: http://bv-bauwirtschaft.de)

2019-11-18T00:00:00Z Umsatzplus für die Bauwirtschaft im nächsten Jahr

Die deutsche Bauwirtschaft rechnet für das Jahr 2020 mit einem Umsatzwachstum von rund vier Prozent. Haupttreiber ist der Neubau. Im Ausbau wird langfristig ein Wachstum durch die Förderungen in der energetischen Gebäudesanierung erwartet, wie die Bundesvereinigung Bauwirtschaft meldet. (Screenshot: http://bv-bauwirtschaft.de)

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, erklärt: „Wir blicken auf ein gutes Baujahr 2019 und erwarten ein Umsatzwachstum von fünf Prozent. Das entspricht einem Umsatz von 354 Milliarden Euro, den unsere 370.000 Mitgliedsbetriebe erwirtschaftet haben. 2020 wird der Branchenumsatz auf fast 370 Milliarden Euro steigen, was einem Plus von 4,2 Prozent entspricht.“ Seit 2015 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Branche um 4,5 Prozent erhöht. Sie liegt nun bei 3,3 Millionen Menschen.

Stärkstes Wachstum im Neubau

Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft bleibt vorerst noch die Neubautätigkeit. In dieser Sparte wird in diesem Jahr mit 845.000 Beschäftigten ein Umsatz von 125 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einem Plus von 6,2 Prozent entspricht. „Für 2020 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg um 4,8 Prozent auf knapp 131 Milliarden Euro“, so Nachbauer. Hier wirke sich die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter positiv aus, die Bundesvereinigung Bauwirtschaft rechnet damit, dass in diesem Jahr rund 300.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden, im kommenden Jahr 310.000. 2018 waren es 287.000. Bei den Sozialwohnungen erreicht das Fertigstellungsniveau nur gut ein Drittel des Bedarfs. Der Bund fördert den sozialen Wohnungsbau im kommenden Jahr mit einer Milliarde Euro – hier seien nun Länder und Kommunen in der Pflicht, entsprechende Wohnungsbauprojekte auf den Markt zu bringen.

Wachstum bei Ausbau bleibt zunächst niedriger

Während das Neubaugeschäft boomt, fällt die Umsatzentwicklung in der Sparte Ausbau mit Plus 3,8 Prozent auf 93,5 Milliarden Euro in diesem Jahr etwas schwächer aus. Für 2020 geht die Bundesvereinigung Bauwirtschaft von einem Wachstum von 3,6 Prozent auf etwa 96,8 Milliarden Euro aus. Die Unternehmen im Bereich Ausbau werden 2020 rund 867.000 Personen beschäftigen.

Langfristiger Treiber: energetische Sanierung

Nach Ansicht der Bundesvereinigung Bauwirtschaft werden sich die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung enthaltenen Maßnahmen langfristig positiv auf die Sparten Gebäudetechnik und Ausbau auswirken, vor allem die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Nachbauer warnte in diesem Zusammenhang vor einer erneuten Verzögerung im Bundesrat: „Die beiden gescheiterten Anläufe für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung haben zu einem gewissen Attentismus der Eigenheimbesitzer geführt. Daher muss der jetzige Vorschlag dazu möglichst zügig umgesetzt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wie auch die Verabschiedung im Bundesrat darf nicht lange dauern.“

Für die geforderte Ausweitung der Kapazitäten sei es aber notwendig, dass langfristig Planungssicherheit bestehe. Nachbauer erwartet von dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz keine Entlastung: „Denn dieses Gesetz bietet Arbeitskräften aus der Baubranche mit berufspraktischen Erfahrungen keine Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten.“ Derzeit können Arbeitnehmer zwar noch über die sogenannte Westbalkan-Regelung in deutschen Baubetrieben arbeiten. Diese Regelung läuft jedoch Ende 2020 aus. Gerade einfache, von heimischen Arbeitnehmern nicht mehr ausgeübte Tätigkeiten würden von angelernten, aber sehr erfahrenen Arbeitnehmern aus den Westbalkan-Staaten ausgeführt. Nachbauer forderte daher, die Westbalkan-Regelung über das Jahresende hinaus zu verlängern.

www.bv-bauwirtschaft.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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