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Damit nach einer energetischen Gebäudesanierung kein Schimmel entsteht, empfiehlt der TÜV Rheinland den Einbau einer Lüftungsanlage. (Foto: Schlüter Systems)

Ausbau 2011-05-25T00:00:00Z TÜV-Tipps gegen Schimmelbildung

Gebäudesanierungen können zwar viel Energie sparen. Wird danach aber nicht auf eine ausreichende Belüftung geachtet, kann schnell Schimmel entstehen, warnt der TÜV Rheinland: Gut gedämmte Gebäudehüllen halten neben der Wärme eben auch Feuchtigkeit zurück. (Foto: Schlüter Systems)

Ob durch Wärmedämmung, neue Fenster oder modernere Heizungsanlagen: Nach einer energetischen Gebäudesanierung lässt sich viel Energie sparen. Schockiert reagieren Mieter und Hausbesitzer allerdings, wenn sich kurz darauf die ersten Schimmelflecken in der Wohnung breitmachen.

Eine einfache Erklärung dafür hat Kai Zitzmann, Fachreferent für Energieeffizienz beim TÜV Rheinland: "Alte Gebäude belüften sich in der Regel selbst, zum Beispiel durch Undichtigkeiten an Fenstern, Dächern oder Kaminen." Nach der Sanierung ist die Gebäudehülle aber nahezu abgedichtet, und die Bewohner müssen auf einmal ihr Lüftungsverhalten umstellen, betont er. "Sonst droht Schimmelbildung.

Schimmel durch mangelnden Luftwechsel

In abgedichteten, energieeffizienten Gebäuden wird Schimmel durch fehlenden oder mangelhaften Luftwechsel verursacht, schreibt der TÜV. Der Grund: Feuchtigkeit, die etwa beim Kochen oder Duschen entsteht, kann nicht entweichen und schlägt sich an den Wänden nieder. Bleibt dann der notwenige Luftwechsel aus, findet Schimmel dort einen geeigneten Nährboden. Anders in einem energieeffizienten Passivhaus: Dort gibt es keine stehenden Luftmassen, weil moderne Lüftungsanlagen kontinuierlich für Luftaustausch sorgen.

Kai Zitzmann weiß aus Erfahrung: Professionelles Lüftungsmanagement wird bei der energetischen Gebäudesanierung häufig vernachlässigt. "Ich würde in einem Altbau, der mit Außendämmung und neuen Fenstern versehen wurde, prinzipiell eine Lüftungsanlage einbauen", rät der TÜV Rheinland-Experte. Sie sei leicht nachrüstbar, etwa als zentrale Lüftungsanlage mit Wärmetauscher auf dem Dachboden oder dezentral in der Außenwand.

TÜV empfiehlt Lüftungsanlagen

Außer dem effektiven Schutz vor Schimmel bietet ein Wärmetauscher noch einen weiteren Vorteil: Die eingeleitete Frischluft kann energiesparend vorgewärmt und im Sommer durch einen Erdreichwärmetauscher abgekühlt werden. So geht im Winter keine Wärme durch Stoßlüften verloren und im Sommer strömt kühle Luft in die Wohnung. Zukünftig wird es wohl nur noch Neubauten mit solchen Lüftungsanlagen geben, schreibt der TÜV. "Sie sollten auch bei der energetischen Gebäudesanierung zum Standard werden."

zuletzt editiert am 11. März 2021
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