Trotz europäischer Schuldenkrise und nervöser Finanzmärkte brummt die Konjunktur am Bau. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie korrigiert darum seine Umsatzprognose nach oben. Auch die Zahl der Beschäftigten soll demnach steigen. (Foto: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de)
Auf satte sieben Prozent Zuwachs hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie jetzt seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben. Im Juni noch war der Verband von etwa zwei Prozent ausgegangen. Die deutsche Baukonjunktur habe sich trotz europäischer Schuldenkrise und anhaltender Verunsicherung der Finanzmärkte günstiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet, begründete Verbands- Präsident Thomas Bauer diesen Optimismus. Ähnliche Zahlen hat der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) bereits Anfang September vorgelegt (siehe Link unter diesem Artikel).
Auch für den Bauarbeitsmarkt sei die lebhafte Baukonjunktur der vergangenen Monate eine gute Nachricht gewesen. Für das Gesamtjahr 2011 erwarte der Verband einen Anstieg der Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe um 2,5 Prozent auf 734.000.
Wohnungsbau beflügelt die Konjunktur
Treiber der Baukonjunktur sei nach wie vor der Wohnungsbau: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit, verbesserte Einkommenserwartungen der privaten Haushalte, ein relativ niedriges Zinsniveau, aber auch das wieder erwachte Interesse vieler Anleger am Wohneigentum habe insbesondere für Schwung im Wohnungsneubau gesorgt, ist Bauer überzeugt.
Für das Gesamtjahr 2011 erwarte der Hauptverband einen Anstieg der Fertigstellungszahlen auf 170.000 Wohneinheiten, einschließlich Umbauten sogar 190.000 Wohneinheiten. Die Wohnungsbauumsätze werden auch dank eines florierenden Sanierungsgeschäfts - voraussichtlich um nominal zwölf Prozent steigen.
Gewerbliche Investitionen
Die wirtschaftliche Verfassung des Verarbeitenden Gewerbes habe sich entgegen den Unkenrufen der Konjunkturpessimisten bislang als robust erwiesen, stellte Bauer fest. Die Auslastung der Kapazitäten habe auch im dritten Quartal 2011 noch über dem langfristigen Auslastungsgrad von 84 Prozent gelegen. Die Rahmenbedingungen für gewerbliche Erweiterungsinvestitionen und damit auch für Bauinvestitionen seien insoweit weiterhin günstig. Der Hauptverband erwarte deshalb für das Gesamtjahr 2011 einen Zuwachs der Umsätze im Wirtschaftsbau von nominal neun Prozent.
Auch der im Frühjahr befürchtete Einbruch der kommunalen Bauausgaben nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme sei bislang nicht eingetreten, erläuterte Bauer. Dank der unerwartet stark sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen sei jetzt möglicherweise sogar mit einem Plus der kommunalen Bauausgaben von 1,4 Prozent zu rechnen. Mit Blick auf die nachlassenden Bauausgaben des Bundes rechnet der Hauptverband jedoch nur mit einem Anstieg der Umsätze im Öffentlichen Bau von nominal etwa einem Prozent.
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Archiv: Thomas Bauer ist neuer Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie
