In diesem Jahr wurden zum dreizehnten Mal die Tile of Spain Awards vergeben. In Castellón traf sich Ende November die Jury, um über die Gewinner abzustimmen. Der Award wird in drei Kategorien ausgelobt: Architektur, Innenarchitektur und für herausragende Studienabschlussarbeiten. (Foto: Camarin Arquitectos)
Unter dem Vorsitz von Architekt Emilio Tuñón wählten Cino Zucchi, José Mª Sánchez, Martha Thorne, Anupama Kundoo, Fernando Márquez Cecilia und Ramón Monfort die diesjährigen Gewinner des Tile of Spain Awards aus. Die einzelnen Projekte zeichnen sich durch den vielfältigen Einsatz keramischer Fliesen und kreative Umsetzungen im Außen- und Innenraum aus.

Neuinterpretation der Keramikfliesenfassade
Der erste Preis in der Kategorie Architektur ging an ein Haus in Lissabon mit einer ursprünglichen Keramikfliesenfassade. Das Projekt mit dem Namen „Haus in Príncipe Real“ vom Büro Camarin Arquitectos wurde von der Jury in besonderem Maße gelobt als „großartige Interpretation der Nutzung von keramischen Fliesen in der Altstadt von Lissabon.“ Das Haus weise zur Straßenseite hin eine ganz neue strukturelle Herangehensweise gegenüber traditioneller Keramikfliesenfassaden auf.

Man entschied sich, in der Kategorie zusätzlich zwei weitere Projekte lobend zu erwähnen. Die „Casa EL Enroque“ von Ángel Luis Rocamora wende die traditionellen Keramikfliesen besonders einfühlsam für die Fassade an. Besonderen Gefallen erweckte dies in Kombination mit den Durchbrüchen, die das bestehende Gebäude für die Restauration und die Erweiterung öffnen. Das zweite Projekt, das die Jury auszeichnete, ist die „Casa Andamio“ vom Architekturbüro bosch.capdeferro. Sie empfinden es als intelligenten Versuch einer Auseinandersetzung mit dem Bestandsgebäude und schätzen gleichzeitig die Nutzung von lasierten Keramikfliesen für zahlreiche konstruktive Elemente als Katalyse eines speziellen Lichtspiels im Übergangsraum von Innen nach Außen.

Transformation eines Klosters
In der Kategorie Innenarchitektur wurden ebenfalls drei Auszeichnungen vergeben. Überzeugt hat für den Award das Projekt „Restauration des Klosters Schloss Betxí“ des Büros El Fabricante de Espheras aus Valencia. Die Jury zeigte sich besonders begeistert über die konzeptionelle Transformation des Klosterinnenraums durch eine große verspiegelte Oberfläche, die als eine Art „virtuelle Konstruktion“ die zweite Hälfte des zerstörten Klosters abbildet. Die Arbeit fokussiert sich auf die Wiederherstellung des Klosterraums durch die Einbindung einer traditionellen Terrakottawand.

Das Gremium entschied sich wiederum, auch in dieser Kategorie nicht nur einen ersten Preis zu vergeben, sondern weitere Projekte auszuzeichnen. Der „Bodebo Store“ von CAVAA bezeichnet die Jury als „erfrischenden, unkomplizierten Eingriff in den erneuerten Innenraum“. Die Direktheit und die Effizienz des Einsatzes verschiedener Keramikfliesen überzeugten. Bei dem Projekt von Joan Nogué Arbussa lobten die Juroren die großartigen vorgenommenen Restaurationen der „Administration Hall of the Sant Pau Art Nouveau“ und hoben besonders die Fähigkeit des Architekten hervor, den ursprünglichen Zustand des Gebäudes wieder herzustellen unter Aufnahme der Originalfliesen während gleichzeitig moderne Elemente integriert wurden, wo eine getreue Rekonstruktion aufgrund mangelnder objektiver Informationen nicht möglich war.
Restaurierung der Altstadt
Der „Tile of Spain Award“ beinhaltet auch eine Kategorie, in der Abschlussarbeiten von Architekturstudenten ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise mit Keramikfliesen beschäftigen. Die Jury kam überein, Maria González Aranguren von der Madrid School of Architecture (ETSAM) für ihr Projekt „Alfama 2.0“ mit dem Preis zu würdigen. Die Studentin machte einen Vorschlag für die Restaurierung des Viertels Alfama in Lissabon und überzeugte die Juroren durch das hohe Niveau ihrer Planung, bezogen auf die Stadtplanung, wie auch die Architektur. Die traditionellen Keramikfliesenfassaden der portugiesischen Stadt kommen darin in einer optimistisch konstruktiven Interpretation zum Einsatz.

Zwei weitere Auslobungen gingen an Irene Iglesias Román für ihr Projekt „Re-inhabiting Bujalcayado“ und Luis Rodríguez Carnero mit „La Nuit Américaine“, ebenfalls von der Madrid School of Architecture (ETSAM).