Die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für die rund 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind gestern nach der dritten Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen worden. Die Arbeitgeberseite und die IG Bau konnten sich in wesentlichen Punkten nicht einigen. (Foto: Kevin Schneider/Pixabay)
„Dass die Gewerkschaft die Entwicklung der baukonjunkturellen Lage in keinster Weise anerkennt und die Branche für Corona-immun hält, machte eine Einigung unmöglich. Der Ball liegt daher nun im Feld der IG BAU“, erklärte Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB).
Laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes war es „durch das beharrliche Festhalten der Arbeitnehmerseite an ihren Forderungen zur Wegezeitenvergütung in mehreren Gesprächsrunden nicht möglich, zu einer Annäherung zu kommen“. Fahrt- und Wegezeiten würden seit Jahrzehnten durch branchenspezifische Lösungen berücksichtigt und vergütet.
„Den Arbeitgebern geht es offenbar nicht mehr um Inhalte, sondern sie erwarten von der IG Bau eine Unterwerfung. Ihre Idee, den Verzicht auf unsere Forderung einer Wegezeitentschädigung zur Voraussetzung für ein Angebot zu machen, ist beispiellos. Einen solchen Kniefall wird es mit der IG Bau nicht geben. Ebenso unzumutbar ist das Ansinnen, die Reduzierung der Einkommensforderung zur Vorbedingung für ein Angebot zu machen. Mit ihrer Blockadehaltung verhindern die Arbeitgeber eine Lösung in freien Verhandlungen“, sagte IG Bau-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Carsten Burckhardt.
Jutta Beeke, Vizepräsidentin des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) und Co-Vorsitzende der Verhandlungskommission der Arbeitgeber, meint dagegen: „Wir bedauern, dass die Gewerkschaft unser Signal für eine tarifliche Corona-Zahlung nicht für einen intensiveren Austausch in der dritten Verhandlungsrunde genutzt hat. Für uns ist klar, dass wir weiter Lösungen in dieser schwierigen Situation suchen werden.“
Die IG Bau hatte ein deutliches Einkommensplus und eine Entschädigung der Wegezeiten zu den Baustellen gefordert.
