Ein Balkendiagramm zeigt die Bewertung der Geschäftslage eines Betriebes im Jahr 2024. Die Kategorien sind "sehr gut", "befriedigend", "mangelhaft".
Auch wenn der Schnitt gegenüber 2023 nur marginal schlechter ist: Ein deutlich höherer Anteil der Unternehmen bewertete ihre Lage 2024 mit der Note mangelhaft oder ungenügend (14,3 Prozent; 2023: 3,6 Prozent) (Quelle: F+P)

Betrieb 2025-04-02T04:00:00Z Talsohle noch nicht durchschritten

Dieses Ergebnis war angesichts der allgemeinen Lage der Bauwirtschaft vorherzusehen: Das Konjunkturbarometer der Fliesenbranche sieht für das Jahr 2024 noch einmal schlechter aus als das des Jahres 2023. Der Notendurchschnitt des Fliesen-Unternehmer-Index (FUx) ist von 2,57 auf 2,64 gefallen.

Jedes Jahr fragen wir unsere Leserinnen und Leser nach ihrer Einschätzung zur Geschäftslage des vergangenen und kommenden Jahres. Im Konjunkturbarometer werden die Daten ausgewertet und im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen aufgearbeitet. 2024 hat sich der negative Trend des Vorjahres fortgesetzt: Mit 2,64 haben wir die schlechteste Durchschnittsnote der vergangenen zehn Jahre ermittelt (2023: 2,57). 

Das aktuelle Konjunkturbarometer können Sie in ganzer Länge in der Ausgabe 03/2024 lesen. Sie haben kein Abo? Wir haben verschiedene Varianten für Sie im Angebot, darunter ein Mini-Abo mit zwei Ausgaben zum Testen . Zudem besteht die Möglichkeit, Einzelhefte über unseren Kundenservice zu bestellen.

Stabilisierung auf niedrigem Niveau 

Für die gesamte Baubranche heißt es wohl noch eine ganze Weile: Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Nach einem realen (also inflationsbereinigten) Rückgang von 4 Prozent im Jahr 2024 rechnet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) auch 2025 für die gesamte Branche mit einem real um 2,5 Prozent schrumpfenden Umsatz. „Die Geschäftserwartungen unserer Unternehmen für 2025 sind verhalten“, sagt Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des ZDB. „Es zeichnet sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab. Die Unternehmen blicken nicht mehr tiefer ins Tal der Krise, sondern orientieren sich zunehmend entlang der Talsohle.“ Sollte sich die Prognose des ZDB bewahrheiten, wäre 2025 das fünfte Jahr in Folge mit realen Umsatzverlusten.  

Große Unterschiede in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße

Ein Balkendiagramm zeigt die Bewertung der Geschäftslage von Betrieben im Jahr 2024, aufgeteilt nach Betriebsgröße.
Bei der Bewertung der Geschäftslage gibt es große Unterschiede in Abhängigkeit von der Betriebsgröße. (Quelle: F+P)

Während kein einziges der größeren Fliesen-Unternehmen seine Geschäftslage im Jahr 2024 für schlechter als „befriedigend“ hielt, sieht das Bild bei kleineren Unternehmen anders aus: 34,5 Prozent der kleinen Unternehmen bewerteten ihre Situation mit „ausreichend“ oder schlechter. Die Noten „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ vergaben 20,7 Prozent dieses Sektors. Von den Betrieben mittlerer Größe hielten 13,3 Prozent ihre Lage für „mangelhaft“. Die Note „ungenügend“ wurde auch in diesem Segment – wie bei den großen Unternehmen – gar nicht vergeben. Offenbar tun sich die größeren Fliesen-Unternehmen leichter, die schwierige Situation zu überbrücken.

Ein Balkendiagramm zeigt die Betriebsauslastung in Prozent für kleine, mittlere und große Betriebe in den Jahren 2021 bis 2024.
Kleine Betriebe haben immer größere Schwierigkeiten, ihre Kapazitäten auszulasten. (Quelle: F+P)

Wie schwierig die Situation gerade für die kleinen Unternehmen ist, zeigt sich auch an der Betriebsauslastung. Während die größeren Unternehmen mit einer gegenüber 2023 unveränderten Auslastung von 91,7 Prozent nicht klagen können und für Unternehmen mittlerer Größe das Gleiche gilt (86,3 Prozent), haben kleine Betriebe offensichtlich Schwierigkeiten, an eine ihren Kapazitäten entsprechende Anzahl an Aufträgen zu kommen: Sie sind im Schnitt nur noch zu 78,4 Prozent ausgelastet – und damit fast zu 10 Prozent weniger als noch vier Jahren (87,7 Prozent).

Zurückhaltung bei Ausbildung und Investitionen

Ein Tortendiagramm zeigt die Ergebnisse einer Umfrage zur Einstellung von Auszubildenden im Jahr 2025. 32% der Befragten planen, Auszubildende einzustellen, 54% planen es nicht, und 14% sind unsicher.
Über die Hälfte der Unternehmen bietet 2025 keine Ausbildungsplätze an. (Quelle: F+P)

Da kann es kaum verwundern, dass die kleineren Betriebe auch sehr zurückhaltend ausbilden: Nur 14,8 Prozent der kleineren Betriebe haben 2024 Nachwuchs ausgebildet und nur 10,3 Prozent haben dies 2025 vor. Auch über alle Betriebsgrößen hinweg wären mehr Auszubildende wünschenswert: Nur 32 Prozent planen definitiv, in diesem Jahr Ausbildungsplätze anzubieten. Investiert wird weiterhin eher zurückhaltend – wenn auch etwas mehr als 2024: Während im vergangenen Jahr lediglich 24,6 Prozent definitiv Investitionen geplant hatten, sind es in diesem Jahr 37,5 Prozent. Bei den Unternehmen, die investieren wollen, hat sich exakt ein Drittel (33,3 Prozent) Anschaffungen für die Geschäftsräume vorgenommen – genau der gleiche Anteil wie im Vorjahr. Das ist der Spitzenwert. Der Fuhrpark, im vergangenen Jahr Schlusslicht (12,5 Prozent), liegt gemeinsam mit Werkzeugen und Maschinen mit 23,8 Prozent (2024: 25 Prozent) auf Rang zwei. Nachdem sich 29,2 Prozent der Unternehmen für 2024 Investitionen im Bereich EDV und Büroausstattung vorgenommen hatten (damals Platz zwei hinter den Geschäftsräumen), wollen dieses Mal nur 19,2 Prozent in diesem Bereich Geld ausgeben.

Ein Tortendiagramm zeigt die geplanten Investitionsbereiche eines Unternehmens, unterteilt in Fuhrpark, Büroausstattung/EDV, Werkzeuge/Maschinen und Geschäftsräume.
Seit zwei Jahren sind Anschafffungen für die Geschäftsräume Spitzenreiter bei den Investitionen. (Quelle: F+P)

Was die Unternehmen für das Jahr 2024 erwarten, erfahren Sie in dem Bericht zum Konjunkturbarometer 2024 in Ausgabe 3. Außerdem bekommen Sie dort einen Überblick, wie die Umfrage der vergangenen Jahre im Vergleich zur aktuellen lief und wie unsere diesjährige Zusatzfrage beantwortet wurde. Dabei ging es um die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten beziehungsweise um Maßnahmen, den eigenen Betrieb nachhaltiger aufzustellen (Workflows, Fuhrpark, Lieferwege, Büro, Lager).

zuletzt editiert am 27. Mai 2025
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