Bis spätestens 19. März wir die Europäische Kommission entscheiden, ob gegen importierte Billig-Fliesen aus China Strafzölle verhängt werden. An diesem Tag läuft die Frist ab, an dem das laufende Antidumping-Verfahren der EU abgeschlossen werden muss. (Foto: Gerd-Altmann_pixelio.de)
Die Zölle könnten gestaffelt auf Fliesenimporte aus China erhoben werden und einen Prozentsatz von maximal 73 Prozent erreichen.
Nach Berichten der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" vom 11. Februar sehe es die Kommission als erwiesen an, dass die Preise der exportierten Fliesen "illegal" niedrig gehalten werden. Deshalb sollten die europäischen Hersteller geschützt werden.
Die Europäische Union sei nach China der weltweit zweitgrößte Fliesenhersteller. Den europäischen Fliesenverbrauch gibt "Die Presse" mit einer Milliarde Quadratmeter an. China-Fliesen würden rund 7 Prozent des Verbrauchs abdecken. Dies entspräche einer Menge von ungefähr 70 Millionen Quadratmeter. Der italienische Herstellerverband Confindustria Ceramica gibt für Westeuropa (2009) einen Verbrauch von 777 Millionen Quadratmeter an.
Bereits Mitte Januar hatte Confindustria Ceramica die Europa-Abgeordnete Cristiana Muscardini eingeladen, um über das laufende Verfahren zu berichten. Muscardini ist Stellvertretende Vorsitzende der Handelsausschusses des Europäischen Parlaments. In der Vergangenheit, so Muscardini, seien ähnliche Vorstöße am Widerstand der nordeuropäischen Länder und auch Deutschlands gescheitert.
Die Strafzölle würden zunächst provisorisch gelten und müssten innerhalb von sechs Monaten durch den Europäischen Rat, also die Versammlung der Regierungschefs, endgültig ratifiziert werden.
