Stainzer Hartgneis grau
Große Polygonalplatten aus Stainzer Hartgneis (Foto: Brüder Rath Steinbrüche GmbH/Marhof bei Stainz)

2017-08-10T00:00:00Z Stainzer Hartgneis grau

Wir haben die „Seite zum Sammeln“, in der wir Ihnen einzelne Natursteine präsentieren, etwas überarbeitet. Heute im Blickpunkt: der Hartgneis aus dem österreichischen Stainz. (Foto: Brüder Rath Steinbrüche GmbH/Marhof bei Stainz)

Wer aufmerksam die Angaben in dem Kasten „Im Überblick“ gelesen hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass bei Angabe der petrografischen Familie die Bezeichnung Gneis mit zwei „ss“ geschrieben wurde. Es handelt sich dabei nicht um einen Schreibfehler. Gneis wird auch weiterhin lediglich mit einem „s“ geschrieben. In der EN 12440 (deutsche Ausgabe!) sind jedoch alle Angaben zur petrograpfischen Familie in englischer Sprache aufgeführt, und im angloamerikanischen Sprachraum schreibt man das Wort „gneiss“ mit zwei „s“. In der EN 12440 findet man zum Stainzer Hartgneis leider keine Farbangabe. Da der Stein über ein breites farbliches Spektrum verfügt, könnte man vielleicht annehmen, dass man aus diesem Grund keine Farbangabe aufgeführt hat. Doch dem ist nicht so. Bei keinem der enthaltenen österreichischen Steine ist eine Farbangabe aufgeführt. Dabei wird in der EN 12440 (nach eigenen Vorgaben!) als Pflichtangabe zur Namensbezeichnung gefordert: „Die Bezeichnung von Naturstein muss folgende Teile beinhalten …“ und hier ist unter Ziffer 3.4 aufgeführt „Typische Farbe“. Vonseiten des Bruchbetreibers wird in zwei verschiedene Farbvarietäten unterschieden: in den Stainzer Hartgneis grau und den Stainzer Hartgneis grau-braun. Bei der letzteren Varietät handelt es sich um eine Sortierung, die sich stärker im Bereich der gelblich braunen, erdwarmen Farbtöne bewegt. Diese sekundäre Farbe ist auf das vermehrte Vorhandensein eisenabspaltender Minerale zurückzuführen. Sie verleihen dem Stein ein lebendiges Aussehen. Da derartige Minerale dispers in einem Gestein verteilt sind, können sie auch in der grauen Farbsortierung vorkommen. Somit können in der grauen Sortierung durch Nachlimonitisierungsprozesse ebenfalls gelblich-braune Zeichnungen auftreten, jedoch in der Regel in geringerem Umfang als bei der grau-braunen Sortierung.

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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