Im ersten Halbjahr 2020 haben die spanischen Fliesenhersteller 21,7 Prozent mehr Fliesen auf dem deutschen Markt abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Nach den weltweit starken Umsatzrückgängen im April und Mai erholen sich die Exportzahlen wieder. (Foto: Harmony)
Ein Grund für diese Entwicklung kann laut Tile of Spain, einer Marke des Verbands der spanischen Keramikfliesenherstellers ASCA, die trotz Covid-19 gute Auftragslage im Bau sein. Deutschland liegt unter den Absatzländern auf Platz fünf. Spanische Fliesenhersteller haben hier einen Umsatz von 59,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2020 gemacht, das entspricht einer Steigerungsrate von 12,55 Prozent gegenüber 2019 – der zweithöchsten im Ländervergleich. Rund 5,4 Millionen Quadratmeter Fliesen hat Spanien von Januar bis Juni 2020 hierzulande verkauft, 21,7 Prozent mehr als 2019.
Die USA melden mit 7,4 Prozent, Belgien mit 3,56 Prozent, die Schweiz mit 4,06 Prozent und Österreich mit 9,76 Prozent ebenso eine Steigerung ihrer Exportumsätze. Länder wie Großbritannien, Marokko und Italien verzeichnen hingegen Einbrüche. International betrachtet sanken die Exportumsätze spanischer Keramikfliesen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 jedoch auf -9,51 Prozent bei einem Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro. In diesem Ergebnis spiegelt sich deutlich die aktuelle Weltwirtschaftskrise wider.
Abzuwarten bleibt, inwieweit sich die Trendaussagen des deutschen Baugewerbes für 2020 mit einer Umsatzentwicklung im Wohnungsbau von +3 Prozent und im Wirtschaftsbau von -3,5 Prozent auf den Export spanischer Keramikprodukte nach Deutschland auswirken werden.
