Vier Menschen in Arbeitskleidung gehen in einer Baustellen ähnlichen Umgebung auf die Kamera zu.
In seinen Kollektionen setzt BP zu einem großen Teil auf nachhaltig produzierte Baumwolle. (Quelle: BP – Bierbaum-Proenen)

Nachhaltigkeit 2023-12-20T12:15:13.306Z „Soziale Verantwortung ist ein fester Bestandteil“

In einer Studie zur praktischen Umsetzung von Menschenrechtsstandards in globalen Lieferketten, die Ende 2021 durchgeführt wurde, nennt der geschäftsführende Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) das Unternehmen BP – Bierbaum-Proenen als Positivbeispiel. Das Kölner Traditionsunternehmen beschäftigt sich mit Fragen der Nachhaltigkeit und setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und eine ressourcenschonende Produktion ein. 

In der Studie „Mit Verantwortung zum Erfolg“, die die Beratungsfirmen Accenture und Twentyfifty im Auftrag des Entwicklungsministeriums und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit erstellt haben, befassen sich die Autoren mit zehn Unternehmen, die sich für Menschenrechtsstandards in globalen Lieferketten einsetzen. Neben BP – Bierbaum-Proenen stehen dabei auch das Engagement von Adidas, Maersk, BASF, Continental, Daimler, Deutsche Telekom, Merck, Siemens und des Hamburger Juweliers Thomas Becker im Fokus. Alle Unternehmen zeichnet aus, dass sie „schon länger erfolgreich menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umsetzen“, wie Entwicklungshilfeminister Müller in seinem Vorwort betont.

„Soziale Verantwortung ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensleitsätze. Dass unsere Bemühungen wahrgenommen werden und die Arbeitssituation der Menschen vor Ort erleichtern, freut uns und ist Ansporn zugleich, den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung fortzusetzen“, erklärt BP-Geschäftsführer Harald Goost.

Nachhaltigkeit ist bei BP Teil der Firmenphilosophie

Der Kölner Berufsbekleidungshersteller BP – Bierbaum-Proenen engagiert sich schon lange für sozial und ökologisch faire Produktionsbedingungen und stellt sich die Frage der Nachhaltigkeit. Das Unternehmen wurde 1788 im Schatten des Kölner Domes gegründet und ist in siebter Generation in Familienhand. „Wir wissen also, was es heißt, über den Tag hinaus zu denken. Deswegen stehen wir zu unserer Verantwortung und stellen Mensch und Umwelt ins Zentrum unseres Handelns“, so Harald Goost. Nachhaltigkeit ist in der Firmenphilosophie des Traditionsunternehmens daher fest verankert. In den Unternehmensleitlinien heißt es dazu: „Wir schaffen nachhaltige Werte für die Menschen, die mit uns zusammenarbeiten. Der wirtschaftliche Erfolg macht uns zukunftsfähig. Wir stehen für faire Arbeitsbedingungen und gehen mit den Ressourcen der Umwelt verantwortungsvoll um.“

Porträtbild von Harald Goost, Geschäftsführer des Kölner Familienunternehmens Bierbaum-Proenen.
Geschäftsführer Harald Goost leitet das Kölner Familienunternehmen Bierbaum-Proenen in siebter Generation. (Quelle: BP – Bierbaum-Proenen)

Auf die Workwear und Schutzkleidung von BP setzen Kunden aus der Industrie, im Handwerk, in der Pflege, im Medizinbereich, in der Gastronomie oder in der Lebensmittelindustrie. Als Berufsbekleidungshersteller bewegt sich das Traditionsunternehmen grundsätzlich in einem komplizierten Umfeld. Denn: Berufsbekleidung – und Bekleidung allgemein – ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ein schwieriges Produkt. Die Lieferketten sind lang, der Preisdruck ist hoch. Wie schafft man es unter diesen Bedingungen, für faire Arbeitsbedingungen und eine ökologisch verträgliche Produktion zu sorgen?  

Kooperationen mit Bündnissen und Initiativen

BP tut dies durch ganz unterschiedliche Maßnahmen. Ein wichtiger Aspekt ist die langjährige Zusammenarbeit mit Zulieferbetrieben, die sozial- und umweltverträglich produzieren. „Nur so können wir uns gemeinsam entwickeln mit dem Ziel, zusammen und kontinuierlich soziale und ökologische Ziele umzusetzen und zu verbessern“, erklärt Goost. Daneben betreibt BP in Tunesien den eigenen Produktionsbetrieb Vetra, in dem mittlerweile 280 Beschäftigte arbeiten.

„Wir bleiben kritisch, wissen, dass vieles nicht perfekt ist, und es noch viel Verbesserungspotential gibt.“

BP Geschäftsführer Harald Goost

Ein weiterer Aspekt ist die Kooperation in verschiedenen Bündnissen und Initiativen. So ist das Unternehmen bereits seit 2010 Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF). Die FWF ist eine unabhängige Multi-Stakeholder-Initiative, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der internationalen Bekleidungsindustrie einsetzt. Ihre Standards gelten als die höchsten in der Branche. Die FWF führt regelmäßig Audits durch und überprüft die Standards in den Zuliefererbetrieben. BP wurde in diesem Jahr zum achten Mal in Folge mit dem Status „Fair Wear Leader“ ausgezeichnet.

Auszeichnungen wie diese verstellen bei BP jedoch nicht den Blick darauf, dass noch sehr viel zu tun bleibt. „Wenn keine Beschwerden über die Beschwerdemechanismen eingereicht werden, heißt es beispielsweise nicht, dass es tatsächlich keine Probleme gibt. Es kann auch sein, dass der Mechanismus noch nicht richtig funktioniert oder genutzt wird“, ordnet Harald Goost ein. „Wir bleiben kritisch, wissen, dass vieles nicht perfekt ist, und es noch viel Verbesserungspotential gibt. Menschenrechtliche Sorgfalt sei eben ein langfristiges Ziel, das nur schrittweise und gemeinsam mit allen Beteiligten erreicht werden könne.

Transparenz und Kommunikation

Beim Erreichen dieses Ziels helfen Mitgliedschaften in Initiativen. Daher ist BP auch beim „Grünen Knopf“, einem neuen Label, das 2019 durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eingeführt wurde, und versucht, alle Nachhaltigkeitsdimensionen abzudecken, aktiv.

Eine Frau steht in einem Feld und hält Baumwolle in der Hand
Das Pilotprojekt „Supporting Fairtrade Cotton“ unterstützt unter anderem durch Prämien und feste Mindestpreise die Kleinbauern. (Quelle: TransFair e.V. / Stefan Lechner)

Darüber hinaus nehmen die Kölner seit fünf Jahren am Pilotprojekt „Supporting Fairtrade Cotton“ teil und haben sich verpflichtet, den Anteil an fair gehandelter Baumwolle stetig zu erhöhen. Das Fairtrade-Baumwoll-Programm unterstützt unter anderem durch feste Mindestpreise Kleinbauern, die Baumwolle nachhaltig produzieren, indem sie etwa auf genmanipuliertes Saatgut und künstliche Bewässerung verzichten und den Einsatz von Chemikalien restriktiv handhaben. Von der Fairtrade-Prämie profitieren die Kleinbauern und ihre Familien.

Eine große Rolle bei allen Nachhaltigkeitsbestrebungen spielen die Transparenz und die Kommunikation in alle Richtungen: mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genauso wie mit den Zulieferbetrieben, Kunden, Handelspartnern und der Öffentlichkeit. „Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Nulltarif“, weiß der Geschäftsführer, „aber unsere Erfahrung ist, dass viele Menschen bereit sind, den Weg mitzugehen, wenn wir sie darüber informieren, was wir warum tun und welchen Mehrwert es für sie hat.“

www.bp-online.com

Ein bewusster Umgang mit Produkten und Materialien wird immer wichtiger. Die Bemühungen neue Wege zu finden, um umweltfreundlicher und nachhaltiger zu leben, sind groß – auch im Bausektor. In unserer neuen Rubrik „Nachhaltigkeit“ stellen wir diese Ansätze vor.

zuletzt editiert am 19. Januar 2024