„Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ - unter diesem Thema fanden sich rund 130 Teilnehmer zum Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminar zusammen. Die eintägige Veranstaltung fand im Rahmen der Sopro „ProfiAkademie“ statt. (Foto: Sopro Bauchemie GmbH)
Das Sopro Planer- und Sachverständigenseminar „Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ hatte es sich im Oktober zur Aufgabe gemacht, zentrale Aspekte rund um den Themenkreis Nassräume in einer Reihe von Fachvorträgen zu beleuchten und gemeinsam mit Experten zu diskutieren.
Zuverlässigkeitsaspekte bestimmen die Planung
Am Beginn der eintägigen Fachveranstaltung stand die „Planung von Innenraumabdichtungen unter Zuverlässigkeitsaspekten“. Dabei beschrieb Dipl.-Ing. Jan Bredemeyer, Sachverständiger für Abdichtung, Wärme- und Feuchteschutz aus Berlin , die Entwicklung von der DIN 18195-5 hin zur DIN 18534 speziell unter der Fragestellung „Ist zulässig auch ausreichend zuverlässig?“. In seinem Fazit stellte er fest, dass „die Zuordnung von Abdichtungsbauarten zu den Anwendungsfällen der DIN 18534 im Grundsatz Praxisbewährung widerspiegelt“. Gleichwohl ist diese Zuordnung weder als „Kochrezept“ zu verstehen, noch sind die insoweit zulässigen Abdichtungsbauarten in jedem Fall als gleichwertig einzustufen. Im planerischen Einzelfall kann daher „im Hinblick auf das erforderliche Schutzniveau die Zuordnung einer höherwertigen Abdichtungsbauart sinnvoll oder sogar notwendig sein“ - so Bredemeyer.
Trockenböden als Untergrund
In einem zweiten Vortrag beschäftigte sich Robert Nürnberger, Leiter Produktmanagement Sparte Boden bei der Lindner AG in Arnstorf, mit dem Thema „Trockenböden aus Calciumsulfat- und Zementplatten“. Er zeigte dabei, dass Trockenhohlbodensysteme den verschiedensten Anforderungen gerecht werden. Wichtig ist, dass der Nachweis für Statik nur für komplette Systeme möglich ist (Konformitätszertifikat) und dass die Systemkomponenten aufeinander abgestimmt sein müssen. Was bei der „Normgerechten und sicheren Entwässerung von Nassräumen und Gebäuden“ zu beachten ist, dies veranschaulichte Dipl.-Ing. Thomas Meyer, Leiter des Schulungszentrums bei der ACO Passavant GmbH in Stadtlengsfeld.Dort wo Schnittstellen zwischen Installateur und Fliesenleger bestehen - wie beispielsweise bei den Duschrinnen - ist es unbedingt erforderlich, die Gewerke übergreifend zu koordinieren.
Die Bedeutung von Abdichtungen
Welche große Bedeutung der richtigen Abdichtung zukommt, dies machte einmal mehr Dipl.-Ing. Björn Rosenau, Bereichsleiter Objektberatung bei der Sopro Bauchemie in Wiesbaden, mit seinen Ausführungen zur „Planung und Ausführung von Verbundabdichtungen in Feucht- und Nassräumen“ deutlich. Er beschrieb nicht nur die unterschiedlichen Abdichtungsarten im Bereich moderner Verbundabdichtungen, sondern zeigte zugleich - basierend auf den einschlägigen Regelwerken sowie klaren Planungs- und Ausführungsgrundsätzen - anhand zahlreicher ausgeführter Objekte Lösungsvarianten auf. Mit dem in nassbelasteten Räumen ständig diskutierten Thema der Rutschhemmung beschäftigte sich IR. Marcel Engels, Projektleiter Silikatkeramik beim Forschungsinstitut für Anorganische Werkstoffe Glas/Keramik GmbH in Höhr-Grenzhausen. Speziell ging es dabei um „Messungen vor Ort und im Labor“ - genauer um „eine kritische Auseinandersetzung mit Aussagekraft, Anwendungsbereichen und Vergleichbarkeit der Rutschhemmungsmessungen“. Sein Fazit: Rutschhemmung ist und bleibt ein heikles Thema.
Natursteine in Nassräumen
Dr. Anette Ritter-Höll von der Ritter Natursteinberatung und -begutachtung GmbH aus Feldafing ging der folgenden Frage nach: „Welche Natursteinarten eignen sich für die Anforderungen von Nassräumen?“ Sie zeigte dabei zum einen, welche Gesteinsarten es gibt und worin sich diese unterscheiden, und zum anderen wovon die Eignung eines Natursteins für den Einsatz in Nassräumen abhängt.
