Eine Gruppe von Menschen steht für ein Gruppenbild in gelben Warnjacken mit roten Helmen vor der massiven Wand eines Steinbruchs.
Die Teilnehmer:innen besuchten natürlich auch den Steinbruch von Lundhs. (Quelle: Sopro)

Veranstaltungen 2026-07-28T10:54:56.425Z Soprο: Naturstein-Seminar in Norwegen

Direkt vor Ort konnten die Teilnehmer des Naturstein-Expertenseminars von Sopro Norwegens Nationalstein, den Larvikit, kennenlernen.

Zwei Tage lang drehte sich für 24 Natursteinbegeisterte alles um einen ganz besonderen Stein: Larvikit, Norwegens Nationalstein. Beim Sopro Naturstein-Expertenseminar vom 9. bis 10. Juni 2026 erlebten die Teilnehmer den weltweit geschätzten Naturstein nicht nur in Fachvorträgen, sondern vor allem dort, wo er entsteht, verarbeitet und gelebt wird – mitten in seiner Heimatregion Larvik.

Schon die Wahl des Veranstaltungsortes machte deutlich, worum es bei diesem Seminar ging. Das Hotel Farris Bad in Larvik gilt als herausragendes Beispiel für die vielfältige Verwendung von Larvikit in Architektur und Innenausbau. Geradezu „eingetaucht“ sind die Teilnehmer hier in Larvikit – im Mineralwasserbad des preisgekrönten Spa-Bereichs. Außerdem gab es Larvikit als Sauna-Ofen oder als exklusives Gestaltungselement in den Innenräumen – der Naturstein zeigte sich hier in seiner ganzen Vielfalt und Eleganz.

Zwei Männer stehen auf einer Dachterrasse vor einer modernen Gebäudeaußenwand, die aus großen rechteckigen grauen Fassadenplatten in unterschiedlichen Oberflächen besteht; ein Mann scheint zu sprechen, im Hintergrund sind ein Fenster und ein Teil des Himmels sichtbar.
Am modernen Firmenhauptquartier von LUNDHS AS war zu sehen, wie ein und derselbe Stein der Fassade durch unterschiedliche Oberflächenbearbeitungen völlig neue Erscheinungsbilder erhalten kann – von zurückhaltend matt bis spektakulär schimmernd. (Quelle: Sopro)

Von der Entstehung bis zum Abbau

In den Fachvorträgen gingen die Teilnehmer zunächst auf die Reise durch 300 Millionen Jahre Erdgeschichte zur Entstehung des magmatischen Gesteins mit dem charakteristischen blauen Schillereffekt. Es folgten Praxistipps für den Umgang mit dem Material und die fachgerechte Verarbeitung mit schnell härtendem Mörtel, dessen geringerer Wassergehalt das Risiko von Verfärbungen reduziert. Ein Höhepunkt des Seminars war die Exkursion zu Lundhs AS, dem größten Larvikit-Produzenten der Welt. Lundhs AS betreibt mehrere Steinbrüche rund um Larvik. Aus diesen gewinnen sie fünf unterschiedliche Typen von Larvikit. Beim Besuch des Steinbruchs Klaastad konnten die Teilnehmer erleben, mit welchem technischen Know-how die riesigen Gesteinsblöcke aus dem Berg gelöst werden.

Nachhaltige Verwertung

Auch die Weiterverarbeitung des Rohmaterials stand auf dem Programm. Bei Larvikittblokka AS erfuhren die Teilnehmer, wie überschüssiges Gestein effizient und nachhaltig weitergenutzt wird. Moderne Produktionsanlagen verarbeiten das Material unter anderem für Küstenschutzanlagen, Hafenbauprojekte sowie den Garten- und Landschaftsbau.

Große Granitsteinskulptur, die kunstvoll wie eine brechende Welle geformt ist. Die skulptierte Oberfläche zeigt wellenartige Rillen und Texturen, platziert auf einer Wiese mit Bäumen und einem kleinen roten Gebäude im Hintergrund. Außeninstallation in natürlicher Umgebung, aufgenommen bei Tageslicht.
„Die Welle“ von Martin Kuhn. Mit Begeisterung erzählten Christine Dingens und Martin Kuhn die Geschichten rund um die Bildhauer und ihre Werke. (Quelle: Sopro)

Kunst mit Larvikit

Eine neue Erfahrung mit Larvikit war noch der Skulpturenpark vom Kunstfelt Stålaker. Im Rahmen des „Symposium Norge“ wagten sich die Künstler an dieses harte Material und schufen eine Verbindung zwischen Industrie und Kunst und Natur.

Eine Nahaufnahme eines kieseligen Strandes mit zahlreichen glatten, bunten Kieselsteinen im Vordergrund. Dazwischen liegt brauner Tang, während im oberen Bildbereich weiße Meeresbrandung an den Ufersteinen anläuft. Insgesamt vermittelt das Bild eine ruhige Küstenatmosphäre und betont Struktur, Farbe und Textur der Steine sowie das Zusammenspiel von Wasser und Seetang.
Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein gemeinsamer Spaziergang durch den geologischen Park Mølen. Zwischen den von der Eiszeit geformten Kieselstränden und den vielfältigen Gesteinen Skandinaviens schloss sich der Kreis: vom fertigen Natursteinprodukt zurück zu seinem Ursprung in der Natur. (Quelle: Sopro)

So verband das Naturstein-Expertenseminar in Larvik Fachwissen, Praxis, Kunst und Naturerlebnis. Die Teilnehmer kehrten nicht nur mit neuem Know-how zurück, sondern auch mit einer spürbaren Begeisterung für einen Naturstein, der weltweit Architekten, Planer und Bauherren fasziniert.

Das nächste Sopro Naturstein-Expertenseminar findet am 30.9./01.10.2026 in Niedersachsen statt – ein Programm um den Obernkirchener Sandstein aus einem der ältesten aktiven Steinbrüche. Weitere Informationen unter www.sopro-profiakademie.de.

zuletzt editiert am 28. Juli 2026
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