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Seit dem 1. Mai 2011 gilt für Arbeitnehmer aus den so genannten EU-8-Staaten die volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Zu den Auswirkungen hat Soka-Bau nun erste Zahlen vorgelegt. (Foto: Wandersmann / pixelio.de)

2011-11-30T00:00:00Z Soka-Bau präsentiert Zahlen zur Auswirkung der Arbeitnehmer-Freizügigkeit

Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten hat sich zwar mehr als verdoppelt, seit auch für diese die volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit gilt. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitgeber bleibt aber relativ gering. (Foto: Wandersmann / pixelio.de)

Seit dem 1. Mai 2011 gilt für Arbeitnehmer aus den so genannten EU-8-Staaten das sind die acht EU-Beitrittsländer Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn die volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Die Prognosen hinsichtlich der Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt im Allgemeinen und auf die Beschäftigungssituation in der Baubranche im Besonderen fielen sehr unterschiedlich aus. Soka-Bau hat jetzt konkrete Zuwanderungs- und Entsendezahlen für die Bauwirtschaft vorgelegt.

Die Zahl der bei inländischen Arbeitgebern der Bauwirtschaft (ohne Berlin) beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten hat sich demnach von April 2011 (1.907) bis September 2011 (4.550) mehr als verdoppelt. Der Anteil der Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten, die bei deutschen Bauarbeitgebern beschäftigt sind, ist mit weniger als einem Prozent im Vergleich zur Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitnehmer aber nach wie vor relativ gering, schreibt Soka-Bau.

Die Zahlen entsprechen laut der Pressemitteilung auch dem branchenübergreifenden Schnitt. Auch hier liege der Anteil an Arbeitnehmern aus den EU-8-Staaten mit einer sozialversicherungspflichtigen oder geringfügigen Beschäftigung unter einem Prozent.

Zwei Drittel der EU-8-Arbeitnehmer in der Bauwirtschaft kommen aus Polen; 20 Prozent aus Ungarn und Tschechien. Slowenien, die Slowakei sowie die baltischen Staaten stellen zusammen etwa zehn Prozent der zugewanderten Arbeitnehmer in der Baubranche.

Zuwanderer bevorzugen Westdeutschland

Zuwanderer bevorzugen die wirtschaftsstarken Regionen Westdeutschlands, berichtet Soka-Bau: Drei Viertel der Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten zieht es nach Bayern (30 Prozent), Hessen (18 Prozent), Nordrhein-Westfalen (17 Prozent) und Baden-Württemberg (elf Prozent). Entgegen den anfänglichen Erwartungen sind weniger als zehn Prozent in den neuen Bundesländern beschäftigt.

Beachtlich ist, meint Soka-Bau, dass tendenziell jüngere Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten bei deutschen Baubetrieben eingestellt werden. In der Altersgruppe von 25 bis 34 Jahre ist ihr Anteil um 55 Prozent höher als der Vergleichswert deutscher Arbeitnehmer.

Entsendungen steigen um 40 Prozent

Im Bereich der Entsendungen aus den EU-8-Staaten hier führt der ausländische Arbeitgeber

einen Bauauftrag mit seinen eigenen Arbeitnehmern in Deutschland aus; das Arbeitsverhältnis

bleibt rechtlich jedoch im Ausland verankert hat sich die Zahl der Arbeitnehmer aus den EU-8- Staaten zwischen April 2011 (10.752) und September 2011 (15.072) um 40 Prozent erhöht.

Über 70 Prozent der entsendeten Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten entfallen auf Polen. Demgegenüber hat sich die Zahl der Entsendungen von Arbeitnehmern aus Bulgarien und Rumänien für diese Länder gilt noch nicht die Arbeitnehmer-Freizügigkeit nur geringfügig um 1 Prozent erhöht.

Soka-Bau

Soka-Bau ist der gemeinsame Name für die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG. Beide sind gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft: Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. und Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

www.soka-bau.de

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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