Vorläufige Zahlen deuten darauf hin, dass die Zahl neuer Ausbildungsverträge in der Bauwirtschaft erneut deutlich gestiegen ist. Zum Ende des Monats September ergab sich im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 8,5 Prozent. (Screenshot www.bau-ausbildung.de)
Zwar sind die Zahlen aufgrund der erfahrungsgemäß relativ vielen Nachmeldungen noch vorläufig. Schätzungen zufolge dürfte die Zahl neuer Ausbildungsverhältnisse aber auch zum Jahresende mit rund 13.000 deutlich über dem Vorjahresniveau (12.709) liegen. Im Vorjahr hatten die neuen Ausbildungsverhältnisse bereits um rund 7,5 Prozent zugenommen. Damit hat sich der Ausbildungsmarkt in der Bauwirtschaft nach jetzigem Stand erneut besser entwickelt als in anderen Branchen. So sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die ihr gemeldeten neuen Ausbildungsverhältnisse im Bundesdurchschnitt (Stand August) sogar um 1,1 Prozent gesunken.
Die positive Entwicklung in der Baubranche liegt nach Ansicht der Soka-Bau an der Attraktivität der Bauausbildungsberufe. Zum einen würden diese im Branchenvergleich am besten entlohnt. Die Ausbildung zu einem Bauberuf wie zum Beispiel Maurer, Zimmerer oder Straßenbauer wird mit dem höchsten Gehalt aller Ausbildungsberufe entlohnt. Zum anderen seien die Bau-Auszubildenden mit ihrer Ausbildung überdurchschnittlich zufrieden, wie der Vergleich einer kürzlich von der Soka-Bau in Auftrag gegebenen Befragung mit dem DGB-Jugend Ausbildungsreport zeige. Danach sind rund 80 Prozent der Auszubildenden in der Baubranche mit ihrer Ausbildung sehr zufrieden oder zufrieden, während dies nur für 70 Prozent der Auszubildenden in den 25 am meisten nachgefragten Ausbildungsberufen gilt. Nicht zuletzt verfügen Ausbildungsbewerber in der Bauwirtschaft auch über eine vergleichsweise große Auswahl an offenen Stellen. Das große Angebot an Ausbildungsstellen ist nach Ansicht der Soka-Bau auch ein Erfolg der umlagefinanzierten Ausbildungsförderung, die alle Baubetriebe an der Finanzierung der Ausbildung beteiligt und somit Ausbildungsbetriebe kostenmäßig entlastet. Die Zahl der Bau-Ausbildungsbetriebe sei ebenfalls erneut gestiegen, und zwar um rund ein Prozent. Darüber hinaus sei die positive Entwicklung des Ausbildungsmarktes in der Bauwirtschaft erneut zu einem Großteil ausländischen Bewerbern zu verdanken, insbesondere Flüchtlingen. Bereits im vergangenen Ausbildungsjahr hatten Flüchtlinge für das starke Plus bei den Bewerberzahlen gesorgt.
Trotz dieser positiven Entwicklung hat die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen weiter zugenommen. Die Bauwirtschaft müsse sich also weiter um den Nachwuchs bemühen. In der Jobbörse von Soka-Bau –
www.bau-stellen.de
– finden sich derzeit mehr als 1.000 offene Ausbildungsstellen. Unter
www.bau-ausbildung.de
können sich potenzielle Auszubildende eine Übersicht über die Ausbildung in der Bauwirtschaft verschaffen.
www.soka-bau.de
