SOKA-Bau Fachkräftemangel
Auf dem Podium dikutierten Klaus-Dieter Fromm, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., Martin Karnein, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., Dr. Christina von Ungern-Sternberg, ZDF, Ian Menges, STRABAG AG, Carsten Burckhardt, Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (v.l.n.r.) (Foto: Detlef Gottwald)

2019-04-30T00:00:00Z SOKA-Bau: Ideen gegen den Fachkräftemangel

Es wird nicht besser – doch was kann man gegen den Fachkräftemangel tun? Das haben Betriebe und Bildungsexperten auf der Berufsbildungstagung der Bauwirtschaft diskutiert, die unter dem Titel „Auszubildende gewinnen – Fachkräfte halten“ stattfand. Eine Umfrage unter den Teilnehmern zeigte, dass der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren noch stärker an Bedeutung gewinnen wird. (Foto: Detlef Gottwald)

Ein Grund dafür liege im Verhältnis der Zahlen der neuen Auszubildenden zu den Neurentnern, erklärte SOKA-Bau-Vorstand Manfred Purps in seiner Eröffnungsrede in Wiesbaden. Zwar entwickelten sich die Ausbildungszahlen positiv, aber sie liegen unter denen derer, die in Rente gehen.

Das Image der Bauberufe stärken

Eine Kampagne soll Jugendlichen die Baubranche näherbringen. Dirk Siegel von der Bauwirtschaft Baden-Württemberg präsentierte „Bau – dein Ding!“. Neben einer informativen Webseite mit einer Ausbildungsplatzbörse ist der „BauBus“ Teil der Aktion. Der multimedial ausgestattete Linienbus fährt von Schule zu Schule und macht den Schülern auf anschauliche Weise Lust auf Berufe am Bau.

Markus Crone von den Bildungszentren des Baugewerbes e.V. aus Krefeld möchte mit „analogen Influencern“ arbeiten, die direkt und authentisch mit den unterschiedlichen Zielgruppen wie Kindern und Jugendlichen, Eltern, Unternehmern und Arbeitnehmern kommunizieren sollen. Kinder sollen zum Beispiel durch das Verteilen von Bauhelmen angesprochen werden.

Ein wichtiges Ausschlusskriterium bei der Wahl eines Ausbildungsberufs ist nach Professor Heister vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die fehlende soziale Anerkennung. Dies treffe auch auf einige Bauberufe zu, weswegen deren positiven Aspekte stärker kommuniziert werden müssten.

Gesundheit und Bezahlung: Gründe, zu gehen

Einen weiteren Faktor für den Fachkräftemangel erörterten Marcel Macherey und Dr. Torge Middendorf von SOKA-Bau. Viele Auszubildenden verließen direkt nach der Ausbildung die Branche, aus gesundheitlichen Gründen oder wegen besserer Bezahlung in anderen Branchen. Der Anteil der Erwerbsminderungsrenten in der Bauwirtschaft sei deutlich höher als in anderen Branchen. Betriebe sollten die neuen technologischen Möglichkeiten nutzen, um das Erwerbsleben in der Bauwirtschaft zu verlängern.

Um die gesundheitlichen Aspekte des Arbeitens in der Baubranche ging es auch in der Podiumsdiskussion. Hier waren unter anderem der Arbeitsschutz und die Gefährdungsbeurteilung Themen.

Wie man ein attraktiver Arbeitgeber wird

Wie man ein Top-Ausbildungsbetrieb wird, vermittelte Daniel Wirth von der mittelständischen, inhabergeführten Unternehmensgruppe Hundhausen. Die zentralen Elemente seien ein fester Ansprechpartner und regelmäßige Entwicklungsgespräche. Bindungsinstrumente wie Sprachkurse sind nach Martin Partenheimer von Schneider Bau, einem Traditionsunternehmen aus der Nahe-Hunsrück-Region, ebenfalls wichtig.

www.soka-bau.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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