(Grafik: Soka-Bau)

2014-10-08T00:00:00Z Soka-Bau: Baukonjunktur weiter gedämpft

Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft bei Soka-Bau eingereichten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im August saisonbereinigt kräftig um 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken ist. (Grafik: Soka-Bau)

Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer und die Bruttolohnsumme sanken im August ebenfalls, und zwar um 0,6 Prozent bzw. um 0,5 Prozent gegenüber dem Juli. Die Grundtendenz mag zwar aufgrund des späten Ferienbeginns überzeichnet sein – der Monat August hatte in fast allen deutschen Bundesländern mehr Ferientage als der August des Vorjahres, was erfahrungsgemäß zu Arbeitsausfällen führt und nur bedingt durch die Saisonbereinigung korrigiert wird – , die gedämpfte Baukonjunktur setzt sich aber fort: Bereits im Juli waren die geleisteten Arbeitsstunden (-0,2 Prozent), die Beschäftigung (-0,6 Prozent) und die Bruttolohnsumme (-0,9 Prozent) zurückgegangen.

Die Frühindikatoren sind im Juli zwar das erste Mal seit drei Monaten wieder gestiegen. So haben die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe saisonbereinigt um mehr als 7 Prozent gegenüber Juni zugelegt. Auch die Baugenehmigungen im Hochbau sind im Juli angestiegen (+3,9 Prozent gegenüber Juni). Allerdings konnte in beiden Fällen der Einbruch aus dem Vormonat nicht wieder wettgemacht werden. Darüber hinaus sind insbesondere die Zahlen vom Wohnungsbau, der bisherigen Triebfeder der Baukonjunktur, enttäuschend: Die Auftragseingänge lagen im Juli auf dem niedrigsten Niveau seit September 2012.

Dabei gestalten sich die Finanzierungsbedingungen für die privaten Haushalte sogar zunehmend günstiger: Die Hypothekenzinsen sind im August auf neue Allzeittiefststände gesunken und könnten angesichts neuer Maßnahmen der EZB in den kommenden Wochen sogar noch weiter sinken. Darüber hinaus ist die Erwerbstätigkeit bis zuletzt gestiegen. Allerdings sinken die Einkommenserwartungen der privaten Haushalte zunehmend, womit sich auch die weiteren Aussichten für den Wohnungsbau eintrüben. Darüber hinaus hat sich die Stimmung der Unternehmen seit dem Frühjahr deutlich verschlechtert, was den Wirtschaftsbau belastet. Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie sowie der Zentralverband Deutsches Baugewerbe rechnen für das Gesamtjahr aufgrund des positiven Jahresbeginns noch mit einem Umsatzplus im Bauhauptgewerbe in Höhe von 4,5 Prozent bei einer leichten Ausweitung der Beschäftigung (1 Prozent).

www.soka-bau.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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