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Foto: Informationsdienst Naturstein

Naturstein 2010-12-22T00:00:00Z So wird Abriebfestigkeit geprüft

Wer über Abriebfestigkeit von Naturstein spricht, der sollte auch wissen, nach welchem Verfahren geprüft wurde. Die Einheiten, in denen gemessen wird, sind sehr unterschiedlich. Hier der Überblick über die Prüfverfahren. (Foto: Informationsdienst Naturstein)

Abriebfestigkeit nach Böhme: Das Prüfverfahren mit der Böhme-Scheibe zählt in Deutschland zu den gängigsten Prüfverfahren zur Bestimmung der Abriebfestigkeiten von Natursteinen. Die Anforderung an Apparatur und Durchführung sind in DIN 52108 geregelt. Die vielleicht etwas kryptisch anmutende Einheiten von cm³/50 cm² resultiert aus der Versuchsanordnung. Je höher die erzielten Werte, desto geringer ist die Abriebfestigkeit des Steins. Nachfolgend sind einige Gesteinsfamilien mit durchschnittlichen Bandbreiten ihrer Abriebwerte aufgeführt: Granit ~ 4 -10 cm³/50 cm², Marmor ~ 15-40 cm³/50 cm², Quarzit ~ 3-7 cm³/50 cm².

Abriebverfahren nach Amsler: Beim Amsler-Verfahren wird der Abrieb in Millimetern angegeben. Im Gegensatz zum Böhme-Verfahren, das auf einer rotierenden Scheibe beruht, kommt beim Amsler-Verfahren ein rotierendes Band zum Einsatz. Hier wird der Prüfling unter Zugabe von Karborundgries mit definiertem Druck auf das Rotationsband gedrückt. Nach einer Lauflänge von 1.000 Metern wird der Abrieb des Prüflings in Millimetern Höhenverlust gemessen.

Abriebfestigkeit nach San Fedelino: Hierbei handelt es sich um vergleichendes Abriebverfahren. Die zu prüfenden Steine werden in Bezug zum italienischen Granit San Fedelino gesetzt. Dieser wird mit dem Wert 1,0 definiert. Bei einer Prüfung nach dem Amsler-Verfahren ergibt sich beim San Fedelino ein Abrieb von 1,92 Millimetern. In neueren Produktunterlagen sind derartige Angaben selten zu finden.

zuletzt editiert am 12. Juni 2025