Für seinTrockenmörtelwerk Rosenau II ist Baustoffhersteller Sievert mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte in der Kategorie Produktion ausgezeichnet worden.
Das Trockenmörtelwerk Rosenau II ist Anfang 2022 in Betrieb genommen worden. Der Award unter der Schirmherrschaft hat Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a.D, zeichnet die besten Nachhaltigkeitsprojekte der DACH-Region aus, die einen großen Wirkungsgrad sowie eine hohe Innovationskraft haben.
Umdenken als Schlüssel zu Effizienz
„Mit Rosenau II haben wir die Produktion von Trockenmörtel komplett neu gedacht: Von der Bauweise des Werks bis hin zu den Maschinen sind alle Details auf ihre Effizienz und Nachhaltigkeit hin geprüft und optimiert. So wurde die Vision von Europas modernstem und nachhaltigstem Trockenmörtelwerk Realität“, erklärt Dr. Martin Kühn. Durch eine optimierte Tragwerkplanung konnten bereits beim Bau bis zu 30 Prozent Beton und 10 Prozent Stahl im Gegensatz zu herkömmlichen Bauweisen eingespart werden.
Den mit Abstand energieintensivsten Teil des gesamten Produktionsprozesses stellt mit mindestens 80 Prozent der CO2-Emissionen die Trocknung der für die Herstellung von Trockenmörtel, Kleber und Putzen verwendeten Sandfraktionen dar. In der Regel nutzen Trockenmörtelwerke hierfür fossile Energie. Rosenau II hat mit der CO2-neutralen Sandtrocknungsanlage eine klimafreundliche und innovative Lösung gefunden: Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wird die Heizwärme aus der Verbrennung von Restholz gewonnen. Gleichzeitig setzt Rosenau II auf Wärmerückgewinnung, indem die warme Abluft, die in dem Trocknungsprozess entsteht, durch einen Wärmetauscher abtransportiert und weiter genutzt wird, etwa zum Beheizen der Büro- und Warmlagerflächen. „Mit der komplett CO2-neutralen Sandtrocknungsanlage hat Rosenau II die Lösung für die größte Herausforderung unserer Branche in Bezug auf nachhaltige Baustoffproduktion gefunden“, so Kühn. Denn auch wenn Rohstoffe wie Zement oder Kalk den mit Abstand größten Teil der CO2-Emissionen der Baubranche ausmachen, können diese nur bedingt von Baustoffherstellern in den Rezepturen beeinflusst werden. „Daher ist es umso wichtiger, die eigenen Einflussfaktoren zu kontrollieren“, weiß Kühn.
2.000 Tonnen CO2 pro Jahr gespart
Dank der CO2-neutralen Sandtrocknungsanlage und der Photovoltaikanlage auf dem Dach kann das Werk bei Vollauslastung darüber hinaus mehr als 2.000 Tonnen CO2 (Vergleich gegenüber dem alten Werk am selben Standort) pro Jahr einsparen. Mit insgesamt 14.000 Quadratmetern Produktions-, Lager- und Umschlagsflächen hat Rosenau II eine Jahreskapazität von 100.000 Tonnen.
Zur Abfallvermeidung wird im Werk Rosenau II beispielsweise Trockenmörtelstaub in die Produktionskette zurückgeführt. Das benachbarte Kieswerk liefert auf kürzestem Weg Sand für die Produktion der Baustoffe, dort befindet auch eine Annahmestelle für Bauschutt. Dies soll künftig in den Rezepturen berücksichtigt werden, sodass auch Rezyklate in den Baustoffen eingesetzt werden.
