Shards sind handgemachte gebrannte Fliesen aus Recyclingmaterialien. Die Rohstoffe stammen von Bauschutt- und Recyclinghöfen. Die Materialien werden zerkleinert, vermischt und zu neuwertigen Fliesen gebrannt.
Eine der mengenmäßig größten Abfallgruppen in Deutschland ist mineralischer Bauschutt. Obwohl ein großer Teil von rund achtzig Prozent recycelt wird, landen immer noch rund 3,6 Millionen Tonnen auf der Deponie (Quellen: www.umweltbundesamt.de | www.baunetzwissen.de). Die Designerin Lea Schücking aus Kassel hat einen Weg gefunden aus diesen Bauschutt neuwertige, nachhaltige Fliesen herzustellen: Shards. „Shards sind das Ergebnis einer Materialstudie, die ich während meines Produktdesignstudiums entwickelt habe, als ich auf der Suche nach einer neuen Verwendung für Bauschutt war“, beschreibt die Designerin rückblickend die Entstehung ihrer Idee.

Verschiedene Materialien,
verschiedene Farben
Shards Fliesen bestehen zu 100 Prozent aus Sekundärrohstoffen und Recyclingmaterialien. Die jeweiligen Zusammensetzungen sind verschiedene Mischungen von Ziegeln, Bauschutt, Recyclingglas und Abfällen der Ziegel-, Porzellan- und Glasindustrie. Die trockengepressten keramischen Fliesen werden im Einbrandverfahren im elektrischen Brennofen gefertigt und in Deutschland unter fairen und diskriminierungsfreien Arbeitsbedingungen produziert.

„Bis zur ersten Fliese habe ich ungefähr zwei Jahre lang experimentiert, jetzt hat jede Shards ein eigenes Rezept und kann somit genau reproduziert werden“, so Schücking. „Wir verzichten bei der Herstellung komplett auf den Einsatz von Farbstoffen. Die Farbpalette ist ausschließlich auf die unterschiedlichen Ausgangsrohstoffe zurückzuführen“.

Abhängig von den Ausgangsrohstoffen, dem Mischverhältnis und der Brenntemperatur lassen sich so unterschiedliche Schattierungen von Grün über Rosa bis zu Braun erzielen. Auch die Oberflächenbeschaffenheit wird auf diese Weise variiert: von glatt glänzenden bis zu rauen rutschhemmenden Oberflächen. Leichte Strukturunterschiede bestehen auch innerhalb Fliesen gleichen Rezepts. Craquelé-Glasuren mit ihren feinen Glasurrissen können in Nassbereichen wie Duschen, Badewannen und Waschbecken eingesetzt werden. Sie eignen sich nicht für Herdbereiche, Fettspritzer können durch das Craquelé in die Fliesen einziehen und Flecken bilden. Eine Ausnahme bilden Herdbereiche, die durch ein Bora System entlüftet werden, hier gibt es keine Überströmung der Fliesen durch heiße fetthaltige Luft.
Aktuelle Formate
Es können Formate bis zu einer Seitenlänge von 30 Zentimetern hergestellt werden. Aktuell gängige Formate sind 10 × 10 und 15 × 15 Zentimeter. Innerhalb eines Formates sind Größenabweichungen von 1 bis 3 Millimeter möglich. Shards Fliesen haben eine Dicke von durchschnittlich 8 Millimetern.
Ein bewusster Umgang mit Produkten und Materialien wird immer wichtiger. Die Bemühungen neue Wege zu finden, um umweltfreundlicher und nachhaltiger zu leben, sind groß – auch im Bausektor. In unserer neuen Rubrik „Nachhaltigkeit“ stellen wir diese Ansätze vor.