Die Verarbeitung von Vakuumisolationspaneelen (VIP) stellt an den Handwerker höhere Anforderungen als eine konventionelle Dämmung. Beachtet er jedoch die einfachen Grundsätze, können die Hochleistungsdämmstoffe überall da überzeugen, wo herkömmliche Dämmkonstruktionen aus Platzmangel nicht infrage kommen. (Foto: Saint Gobain Weber)
Die Thermoskanne bedient sich seit mehr als hundert Jahren in unserem Alltag der wärmedämmenden Eigenschaft eines künstlich erzeugten Vakuums. Heutzutage wird das Vakuumprinzip in großem Umfang zur Dämmung von Kühl- und Gefriergeräten eingesetzt, ebenso wie für den Transport empfind-licher Arzneimittel.
Im Hochbau eröffnet die Vakuum-Dämmtechnik neue Möglichkeiten überall da, wo besonders raumsparende und effiziente Dämmlösungen gefragt sind. Die Dämmleistung der schlanken Platten ist deutlich höher als die konventioneller Materialien. VIPs dämmen bei gleicher Schichtdicke bis zu fünf Mal so gut wie herkömmliche Materialien, oder andersausgedrückt, eine Vakuumplatte ist bei gleicher Dämmleistung etwa drei- bis fünfmal schlanker als eine Platte aus Polystyrol oder Polyurethan.
Vakuumisolationspaneele sind mehrschichtig aufgebaut. Der Kern besteht aus einem porösen Material, das zu einer Platte verpresst ist. Meist handelt es sich bei diesem Kernmaterial um pyrogene Kieselsäure, die ungiftig und recycelfähig ist und auch in kosmetischen Produkten und in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird.
Dieser gepresste Plattenkern wird im Herstellungsprozess von einem Vlies umhüllt, das während des Vakuumierens als Rieselschutz fungiert. Alles zusammen wird in eine Aluminium-Kunststoff-Folie eingeschweißt, anschließend in einer Vakuumkammer luftleer gepumpt und dauerhaft gasdicht verschlossen. Das Ergebnis ist eine steife, dünne Dämmplatte mit sehr guten Wärmedämmeigenschaft.
Chancen und Einsatzbereiche von VIP
Gerade im stark wachsenden Markt der Modernisierung bietet die Vakuumdämmung Chancen, durch minimalen Raumverlust wertvollen Wohn- und Nutzraum maximal zu erhalten und zugleich die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erfüllen beziehungsweise die Energieeffizienz von Gebäuden im Hinblick auf künftige Standards zu verbessern. Lohnende Anwendungsbereiche für VIPs können unter anderem sein:
