Die Siegertrophäen
Der RM Sanierungsreis wurde für 2021 in sechs Kategorien vergeben. (Quelle: RM Mediengruppe)

Handwerk

08. March 2022 | Teilen auf:

Sanierungspreis 2021: Preisverleihung mit Weitblick

WDR-Moderatorin Andrea Grießmann in luftigen Höhen: Die elfte Verleihung des Sanierungspreises der Rudolf Müller Mediengruppe fand am 17. Februar 2022 im Hansahochhaus im Herzen Kölns statt.

Stolze 65 Meter hoch, fast 100 Jahre alt – das Hansahochhaus im Herzen Kölns bot eine imposante Kulisse für die digitale Preisverleihung des Sanierungspreises 2021. Gemeinsam mit Markus Langenbach, Leitung Programm Bau und Ausbau, und Ulrich Wolf, Management Programm bmH bauen mit Holz, führte WDR-Moderatorin Andrea Grießmann durchs Programm, das anhand der Siegerobjekte die ganze Bandbreite des handwerklichen Könnens abbildete. Nach einer Fahrt mit Europas zweithöchstem Paternoster ging es auf die Dachterrasse, die mit einem spektakulären Ausblick über Köln als würdige Bühne für die Präsentation der Gewinner der jeweiligen Kategorie diente.

Verliehen wurde an dem Abend der Sanierungspreis den in den Kategorien Dach, Holz, Metall, Bauwerkserhaltung und Fliesen sowie der exklusive OWA-Sonderpreis für nachhaltige Deckengestaltung.

Starke Sanierungsleistungen

Aus insgesamt 47 eingereichten Objekten, die allesamt von großem handwerklichem Können und einem hohen Niveau der Sanierungsleistungen in ihrem jeweiligen Gewerk zeugen, wählte die Jury im vergangenen Herbst sechs Gewinner. In der Kategorie Fliesen hat Hecht Fliesen & Mehr aus Gundremmingen mit einem außergewöhnlichen Badezimmer überzeugt, das besondere Herausforderungen mitbrachte: „Das Haus hat nicht eine 90-Grad-Ecke, sondern ist in unterschiedlichen Winkeln gebaut“, so Geschäftsführer Pierre Hecht. Das war besonders kniffelig, weil Fliesen im Großformat – eine Spezialität des Unternehmens – verwendet wurden. Auch Badplanung und die anschließende Umsetzung gehörten zum Leistungsportfolio des Unternehmens. „Überall, wo man hinguckt, ist es toll geworden“, freut sich auch der Bauherr.

Denkmalschutz im Stadtzentrum

Eine Herausforderung hat auch die Taglieber Holzbau GmbH aus Oettingen gemeistert, die mit der umfangreichen Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses aus dem 15. Jahrhundert auch logistisch eine sehr besondere Aufgabe übernahm. Das Haus liegt in der beengten Nördlinger Innenstadt und war für die Bauarbeiten nur schwer zugänglich. Zudem musste ab dem ersten Dachgeschoss der bestehende Fachwerkgiebel komplett erneuert werden, da die Holzkonstruktion erhebliche Schäden aufwies. Belohnt wurde dies mit dem Sanierungspreis in der Kategorie Bauwerkserhaltung. „Wir sind auf das Projekt sehr stolz, weil es ein Paradebeispiel dafür ist, wie man im Denkmalschutzbereich mit einem guten Konzept ein optimales Ergebnis erzielen kann“, so Geschäftsführer Erwin Taglieber.

7.800 Quadratmeter Fassade

Für die Modernisierung der Gebäudehülle eines Wohnhochhauses in Hamburg wurde die Firma Sperber Klempner GmbH & Co. KG aus Unterwellenborn mit dem Sanierungspreis in der Kategorie Metall ausgezeichnet. Knapp 18.000 Schare in drei verschiedenen Größen und Farben wurden produziert und in logistischer Feinarbeit auf die Baustelle transportiert, um sie in sechs Monaten auf 7.800 Quadratmeter Fassadenfläche zu montieren. „Wir haben überhaupt nicht mit dem Gewinn gerechnet, weil wir gegen sehr starke Wettbewerber angetreten sind“, ist Klempnermeister und Geschäftsführer Jens Sperber immer noch überrascht. Umso mehr freut er sich über die Auszeichnung: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir den Preis jetzt in Empfang nehmen dürfen.“

Stolz und Herzblut

„Ich habe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als ich das erste Mal hierherkam“, sagt Burkhard Inkmann, Vorarbeiter bei Kleinwechter & Bröker GmbH aus Havixbeck, über den Zustand des alten Zollhauses in Senden. In knapp anderthalb Jahren wurde das etwa 500 Jahre alte Gebäude aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Dabei sollte einerseits im Bereich des Fachwerks und des Dachstuhls möglichst viel der alten Substanz erhalten bleiben, andererseits musste ein komplettes Unterdach und eine neue Dacheindeckung installiert werden. Diese überaus gelungene Sanierungsleistung gewinnt den Sanierungspreis in der Kategorie Holz. „Hier ist mein ganzes Herzblut reingeflossen“, sagt Burkhard Inkmann sichtlich gerührt. „Darauf werde ich mein Leben lang stolz sein“.

Knifflige Dachsanierung

Der Sanierungspreis in der Kategorie Dach geht an den Dachdeckerbetrieb Kaulartz aus Monschau für die energetische Dachsanierung einer Jugendstilvilla in Aachen. Das kombinierte Walm- und Mansardendach mit mehreren Schleppgauben im Steildachbereich sowie Mansardengauben in der Mansarde und einer Fläche von gut 340 Quadratmetern stellte wegen seiner vielen unterschiedlichen Flächen eine besondere Herausforderung dar. „Von jedem Dachdetail ist etwas da“ sagt Jan Beul, Dachdeckermeister und Bauleiter der Firma Kaulartz Dach + Fassade, über das Dach.

Variable Deckengestaltung

Für die Sanierung der erdgeschossigen Räumlichkeiten der Volksbank Kurpfalz eG in Heidelberg erhielt die Ludwig Sauer Stuckateurbetrieb GmbH den OWA-Sonderpreis für nachhaltige Deckengestaltung. Durch den Einsatz verschieden großer runder Segel, in Kombination mit runden Leuchten, wurde ein formbares, variables Gestaltungskonzept entwickelt, das gemeinsam mit dem Gebäude arbeitet und keine starre Struktur vorgibt. Der Kontrast der Segel und Leuchten wird durch den Einsatz einer schwarzen Decke unterstützt.

zuletzt editiert am 08.03.2022