Knapp 40 Sachverständige kamen zur Weiterbildung des Landesinnungsverbands Fliesen Baden-Württemberg in Loßburg im Kinzigtal, um sich über aktuelle Themen auszutauschen. (Foto: Landesinnungsverband Fliesen Baden-Württemberg)
Der Vorsitzende des Technischen Ausschuss beim Landesinnungsverband Fliesen Baden-Württemberg, Dipl.-Ing. Bernd Stahl, und Geschäftsführer Dieter Diener begrüßten die Seminarteilnehmer im großen Rathaussaal in Loßburg. Besonders freute sich Stahl, dass er auch fünf neue Kollegen begrüßen konnte, die 2012 die Prüfung zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen erfolgreich abgelegt haben, schreibt der Landesinnungsverbands Fliesen Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung.
Stahl eröffnete die Tagung mit dem Bericht aus dem Technischen Ausschuss in Berlin. Ein Schwerpunkt war dabei das neue Merkblatt Außentreppen des Fachverbandes Fliesen und Naturstein. Rege diskutierten die Teilnehmer auch die Problematik der Toleranzen der DIN 18065 bei Außentreppen. Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Stahl erste Ergebnisse einer Umfrage unter den baden-württembergischen Sachverständigen zum Thema Fugenbreiten und Toleranzen vor. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der technische Ausschuss dieses Thema weiter verfolgen und die Ergebnisse in einem Informationsblatt für die Mitgliedsbetriebe zusammenfassen sollte.
Anschließend referierte Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Hackenberg über Materialfehler und die Haftung des Handwerkers. Er zeigte Handlungsmöglichkeiten für den gerichtlich bestellten Sachverständigen auf und verdeutlichte anhand einiger Beispiele den Spielraum eines Sachverständigen.
Über den Inhalt und die Handhabung des Leitfadens „Minderwertermittlung von keramischen Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten, Natur-, Betonwerkstein und Kunststeinarbeiten“ sprach René Silveira, ö.b.u.v. Sachverständiger aus Mannheim und Mitglied im Technischen Ausschuss des Landesinnungsverbandes. Detailliert erläuterte er den Leitfaden des Fachverbandes, der von den Sachverständigen genutzt wird, und empfahl eine einheitliche, nachvollziehbare und angemessene Handhabung.
Den letzten Teil des ersten Tages gestaltete Andreas Schmeizl, staatl. geprüfter Chemiker und Leiter der Lithofin-Anwendungstechnik in Wendlingen, mit seinem Vortrag zum Thema „Schäden durch falsche Reinigung & Pflege von keramischen Fliesen“. Anhand von Bildern und Erfahrungsberichten erläuterte er Schadensfälle aus der Praxis, gab Tipps und Ratschläge zur Entfernung von Fugenmaterialresten, zu organischen Verschmutzungen, Schleier von Flexfugen und Epoxyd-Schleier. Außerdem ging er auf Sonderfälle wie Aluminiumabrieb, Transportbeschichtung und Rautenmuster, das von Trennmittelrückständen aus dem Brennvorgang herrührt, ein und bot entsprechende Lösungen an. Mit dem Thema Rutschsicherheit rundete Schmeizl seinen Vortrag ab.

Für den zweiten Tagungstag konnten die Organisatoren mit dem Dipl.-Chemiker Heinz–Dieter Altmann einen bundesweit geschätzten ö.b.u.v. Sachverständigen für das Estrichlegerhandwerk, für Industrieböden aus Beton, Kunstharz und Estrich gewinnen. Seine Themen: Neues aus der Estrichnorm DIN 18560 mit den Änderungen gegenüber der Norm von 04/2004 in den Teilen 2 und 4 und die Auswirkungen für den Fliesenleger, die Anforderungen an Estriche bei der Verlegung von Großformaten, sowie die Vor-und Nachteile der Schnellestriche und Estriche mit Zusatzmitteln stießen auf großes Interesse.
Am Ende der Sachverständigentagung zeigten sich die Teilnehmer zufrieden mit den Themen rund um das Fliesenlegerhandwerk und die gelungene Fortbildungsveranstaltung, schreibt der Landesinnungsverband. Auch die Diskussionsbeiträge zeugten demnach von großem Interesse.