Bei der Meisterfeierstunde der Handwerkskammer Konstanz bekommen Handwerker aus 18 Gewerken ihre Meisterbriefe überreicht.
Es gibt einige wirklich besondere Momente im Leben – für Handwerker gehört die Erhebung in den Meisterstand dazu. Rund 300 Meisterinnen und Meister feierten am 15. November 2025 diesen Moment in den Donauhallen in Donaueschingen. Insgesamt kamen rund 900 Gäste zur Meisterfeierstunde der Handwerkskammer Konstanz und erlebten einen stimmungsvollen Tag, an dem die Leistung der frischgebackenen Meister gewürdigt wurde.
Ein neuer Lebensabschnitt
Mit dem Meistertitel beginne ein neuer Abschnitt im Leben, richtete sich Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, an die Meisterinnen und Meister in den ersten Reihen. „Mit jedem Meisterbrief, den wir heute verleihen, wächst nicht nur ein Stück persönlicher Erfolg. Es wächst Zukunft – Zukunft, die buchstäblich aus Ihren Händen kommt.“ Nach der Vergabe der Urkunden erhob Rottler die Absolventen feierlich in den Meisterstand.
Der Meister sei eine gute Grundlage, um sich ständig weiterzuentwickeln und ein großer Schritt, um selbst Unternehmer zu werden, hob Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, die Bedeutung des Meistertitels hervor. „Die Handwerkskammer bietet zahlreiche Weiterbildungsangebote, um den Betrieb nach vorne zu bringen. Es liegt mir am Herzen, dass jeder Meister Karriere macht.“

„Meisterlich ist das Ziel“
Präsident Rottler erinnerte daran, dass es ein steiniger Weg zum Meistertitel ist. „Das ist Handwerk: Perfektion gibt es nicht geschenkt und auf Anhieb, sondern man muss mit voller Hingabe und mit viel Herzblut daran arbeiten.“ Doch Meister hätten eine ganz andere Vorstellung von Qualität und wüssten, welche Verantwortung sie für Kunden und das Handwerk trügen: „Meisterqualität heißt, mehr zu tun, als die Norm verlangt. Sie sehen, was andere übersehen. Sie wissen, dass ‚gut‘ erst der Anfang ist, und ‚meisterlich‘ das Ziel.“
„KI deckt keine Dächer“
Rottler machte auch Mut: Das Handwerk habe schon immer das Zeug gehabt, um in Krisen stabil zu sein. So sehe er, dass der Wirtschaftsbereich auch in Zukunft unverzichtbar sein werde. KI decke keine Dächer, Elektroniker richteten Rechenzentren ein, Klempner sorgten für Kühlung, Handwerk sei unverzichtbar. Das habe sogar die Tech-Welt erkannt. Jensen Huang, der Chef des Chipherstellers Nvidia, sagte kürzlich, dass hunderttausende Fachkräfte im Handwerk benötigt würden. „Der Meisterbrief ist zwar aus Papier – aber das, was Sie daraus machen, ist Gold wert“, so Rottler.
