Restfeuchte: Ende der Dikussion?
Egbert Müller vom IBF in Troisdorf präsentierte in Schweinfurt die Untersuchungsergebnisse zur KRL-Methode. (Foto: msd)

2019-11-13T00:00:00Z Restfeuchte: Ende der Diskussion?

Im Rahmen des 20. Internationalen Sachverständigentreffens des BEB in Schweinfurt ging es im Schwerpunkt um das Thema Feuchtemessung. Dabei wurden auch neue Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der KRL-Methode veröffentlicht, die bei den Sachverständigen für reichlich Überraschungen sorgten. (Foto: msd)

In Bodenlegerkreisen wird seit geraumer Zeit mit der Methode der Korrespondierenden Relativen
Luftfeuchte KRL eine Messmethode diskutiert, die bei der Restfeuchtebeurteilung Vorteile gegenüber
den bekannten Methoden besitzen soll. So lautet zumindest die Aussage der Technischen Kommission Bauklebstoffe TKB im Industrieverband IVK. Im Rahmen eines Ringversuchs will die TKB laut eigener Aussage eine eindeutige Korrelation zwischen KRL- und CM-Messergebnissen herausgefunden haben. Die KRL-Messung, die als Stand der Technik beschrieben wird, soll mittelfristig die CM-Messung als gängige Messmethode ablösen, so die TKB (Lesen Sie hierzu auch das Interview in F+P 8/2018, S. 30 f.). So weit die Vorgeschichte.

Beim aktuellen Sachverständigentreffen des BEB in Schweinfurt wurde dieses Thema intensiv behandelt, allerdings nicht so, wie sich die Befürworter der KRL-Methode das vorgestellt haben dürften: Zunächst präsentierte Egbert Müller vom Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung IBF Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zu diesem Thema.

Neben der Erkenntnis, dass unterschiedliche Mischungsverhältnisse beim Estrich auch zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der KRL-Messung führen, war das wesentliche Fazit: Bei Messungen mit der KRL-Methode musste man bei fast allen untersuchten Estricharten bis zur Belegreife viel länger warten als bei Anwendung der CM-Messung. So wurde beispielsweise bei Verwendung eines Estrichs mit Spezialzement nach der CM-Messung eine Belegreife nach weniger als drei Tagen erzielt. Gemäß KRL-Methode hätte man 85 Tage warten müssen! Auch bei geprüften CA- beziehungsweise CAF-Estrichen wurden mit der KRL-Methode zu hohe Werte gemessen. Ein weiterer Kritikpunkt, der sich aus den Untersuchungen des IBF ableiten ließ: Bereits unter Laborbedingungen ergibt sich eine deutlich höhere Bandbreite beziehungsweise Streuung bei den KRL-Werten.

Nachdem im Anschluss Prof. Dr. Karl-Heinz Wiegrink in seinem Vortrag die stofflichen Grundlagen zur Feuchte in Baustoffen beleuchtet hatte, konnte man festhalten, dass der derzeit von der TKB empfohlene Grenzwert von 75 Prozent viel zu niedrig angegeben ist, man andererseits aber zur Zeit nicht seriös beantworten kann, welcher der tatsächliche Grenzwert ist. Zu dessen Bestimmung, sagte Dr. Wiegrink, brauche es noch sehr viel Grundlagenforschung und entsprechend einige Jahre, bis man die KRL-Methode eventuell als ernsthafte Alternative zur CM-Messung heranziehen könne.

Einen ausführlichen Bericht zu dem 20. Sachverständigentreffen mit weiteren Themen finden Sie in Ausgabe 1/2020 von F+P, die am 18.12.2019 erscheinen wird.

zuletzt editiert am 11. März 2021
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