Das fünfte Quick-Info Seminar der Fliesenleger-Innung Mittelrhein in Koblenz beschäftigte sich mit dem Thema Sonderbauweise. Experten informierten 40 Teilnehmer über rechtliche Probleme beim „Arbeiten außerhalb der Norm“ und andere Aspekte des Themas. (Foto: Fliesenleger-Innung Mittelrhein)
Das Format „Quick-Seminar“, so der Vorstand der Fliesenleger-Innung Mittelrhein, sei bundesweit das einzige Seminarsystem für Fliesenleger, das ohne größere Werbebotschaften Fachinformationen in Kurzform vermittelt: „Hierdurch unterscheiden wir uns von allen anderen Fliesenleger-Innungen bundesweit, das ist unser Service an unsere Mitglieder.“ Organisiert und moderiert wurde das fünfte „Quick-Seminar“ vom stellvertretenden Obermeister Stephan Bongartz, Obermeister Detlef Börner begrüßte die Teilnehmer.
Das Thema der Veranstaltung gehört für Fliesenleger-Meisterbetriebe zum täglichen Geschäft: Ungewöhnliche Lösungen suchen und individuell zugeschnittene, kreative Arbeiten außerhalb der Norm und der Regelwerke anbieten. Doch diese Arbeit birgt Risiken – vor allem rechtliche. Rechtsanwalt Norbert Dreisigacker gab wertvolle Tipps, wie sich Betriebsinhaber angesichts der schwierigen Rechtslage schützen können: Fortbildungen wahrnehmen, im Vorfeld der Arbeiten die rechtliche Situation abklopfen und im Bedarfsfall eine Bedenkenanzeige und Freistellungserklärung beim Auftraggeber geltend machen.
Materalien und Verarbeitung
Bei den weiteren Vorträgen des Seminars ging es um Materialien und deren Verarbeitung. Heinrich Rohlfs vom Trockenbau-Spezialisten Fermacell informierte über zu verfliesende, plattenförmige Wandbaustoffe. Die Runde diskutierte über Verarbeitung, Befestigungsmittel, Fugentechniken sowie mögliche Fehlerquellen. Andreas Seifert von Knauf-Bodensysteme stellte einen im Gegensatz zum üblichen Fließestrich aus trockenen Fertigteilen bestehenden Estrich vor. Diese Trockenestriche werden wegen der geringen Materialstärke, wegen des niedrigen Gewichts, der sehr schnellen Bauzeit und der guten schalldämmenden Eigenschaften insbesondere im Sanierungsbereich eingesetzt.
Klaus-Dieter Berger stellte ein bahnförmiges Abdichtungssystem der Firma Schlüter-Systems vor. Sein Credo: Fliesenbeläge sind nicht wasserdicht. Durch Fugen kann Feuchtigkeit in den Untergrund eindringen. Mit einer Verbundabdichtung lasse sich dies verhindern. Marco Warschburger von Villeroy & Boch informierte über Produkt- und Prüfnormen für Fliesen, um die unvermeidbare Farbnuancenvielfalt bei der Fliesenherstellung, wann Material reklamiert werden kann und worauf der Fliesenleger-Meister achten sollte, damit sich der Kunde über ein optimales Endergebnis freuen kann.
