www 1 IMP_3_1024x683.jpg
Foto: Marius Naturstein, Mönchengladbach

Naturstein 2010-09-09T00:00:00Z Profi-Wissen: So wirken Imprägnierungen

Imprägnierungen sind präventive Maßnahmen, die das Eindringen von Fleckbildnern in den Stein verzögern. Es sind keine Wundermittel! Sagen Sie das Ihren Kunden und erklären Sie wie Imprägnierungen wirken. (Foto: Marius Naturstein, Mönchengladbach)

Häufig wird angenommen, dass resinierte Natursteine gleichzeitig auch imprägniert sind. Dem ist nicht so. Eine Resinierung ist keine Imprägnierung. Durch die Resinierung wird die Wasseraufnahme und damit auch die Verfleckungsneigung zwar herabgesetzt, aber nicht unterbunden. Sinn und Zweck einer Resinierung besteht darin, eine höhere Politurgüte zu erzielen. Die reduzierte Wasseraufnahme ist lediglich ein Nebeneffekt. Auch bei resinierten Oberfläche besteht die Möglichkeit, dass penetrationsfähige Stoffe in das Kapillargefüge eindringen und Verfleckungen verursachen. Deshalb macht eine Imprägnierung auch auf resinierten Oberflächen Sinn, wenn präventive Schutzmaßnahmen angedacht sind.

Imprägnierung_1024x683.jpg

Imprägnierungen sind im oberflächennahen Bereich des Kapillarsystems wirksam. Die Wirkstoffe lagern sich an den Kapillarhälsen an. Die Eindringtiefe hängt von der Ausbildung des Kapillarsystems und der Zusammensetzung der Imprägnierung ab. In den meisten Fällen ist diese jedoch relativ gering. Es bildet sich ein dünner Film auf den Mineralen im Bereich der Korngrenzen. Dieser entwickelt eine hydrophobe (Wasser abstoßende) Wirkung. Je nach Zusammensetzung der Imprägnierung kann diese zusätzlich mit oleophoben (ölabweisenden) Zusätzen ausgestattet sein.

Durch die Imprägnierung wird der Kapillarraum nicht verschlossen. Der Stein bleibt atmungsaktiv. Die Dampfdiffusionsfähigkeit wird lediglich leicht reduziert. Wasser kann in flüssiger Form kaum mehr eindringen, jedoch als Wasserdampf entweichen. Im Vergleich zu Versiegelungen weisen Imprägnierungen eine längere Haltbarkeit auf, da sie keinem direkten mechanischen Abrieb unterliegen. Dennoch müssen Imprägnierungen im Laufe der Zeit aufgefrischt werden. Der Abperleffekt, wie man ihn von frisch gewachsten Fahrzeugen kennt, geht relativ kurzfristig verloren. Dies ist jedoch kein Indiz dafür, dass die Imprägnierung erneuert werden muss. Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit kann man die Oberfläche mit Wasser beaufschlagen. Werden nach kurzer Zeit dunkle Verfärbungen erkennbar, hat der Stein Wasser aufgenommen. In diesem Fall ist die Imprägnierung nicht mehr wirksam.

Aber: Imprägnierungen sind keine Wundermittel. Wenn fleckbildende Substanzen über einen längeren Zeitraum auf einen Naturstein einwirken, können trotz Imprägnierung Verfleckungen entstehen. Man sollte Imprägnierungen als präventive Maßnahmen betrachten, die das Eindringen der Fleckbildner in den Stein verzögern. Unbehandelte Natursteine haben, je nach Handelssorte, unterschiedliche Aufnahmegeschwindigkeit und Verfleckungsradien. Die Qualität einer Imprägnierung hängt vom jeweiligen Produkt, seiner Abstimmung auf die jeweilige Handelssorte und der Aufbringung ab. Unabhängig von den jeweiligen Präventivmaßnahmen gilt: Flecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden.

zuletzt editiert am 11. März 2021
Newsletter