Zu einem Praxisseminar mit Hausmesse hatte die Fliesenleger-Innung Mittelrhein ihre Mitglieder, aber auch Innungsbetriebe aus dem Installateur-, Dachdecker-, Estrichleger-, Stuckateur- und Steinmetz-Handwerk sowie Architekten eingeladen. (Foto: Michael Jordan)
Das Thema: neue Normen, Richtlinien und Regelwerke zur Verbundabdichtung auf nationaler und europäischer Ebene und ihre Anwendung.
Obermeister und Kreishandwerksmeister Detlef Börner begrüßte dazu rund 120 Teilnehmer im Bauzentrum der Handwerkskammer Koblenz und machte deutlich, dass es bei der Arbeit der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger nicht nur um die ästhetische Ausgestaltung von Wohn- und Gewerberäumen gehe, sondern um hoch komplexe Tätigkeiten, die vom Aufbau einer Tragschicht über die Verbundabdichtung bis zur Auskleidung mit Fliesen unmittelbare Auswirkungen auf die Bausubstanz haben mit entsprechenden rechtlichen Folgen etwa in der Gewährleistungspflicht.
"Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Koblenz sehe ich tagtäglich die Folgen aus dem Wegfall der Meisterpflicht als Voraussetzung zur selbstständigen Ausübung unseres Handwerks. Unseren Beruf kann man nicht mit einer Anleitung aus dem Baumarkt ausüben, er setzt eine grundlegende Ausbildung und die ständige Weiterbildung voraus", bekräftigte Börner.
Dass die baurechtlichen Änderungen einerseits, neue Materialien und Verarbeitungstechniken andererseits kontinuierlich in die Lehrlings- und Meisterausbildung einfließen, erläuterte Lehrlingswart Stefan Strunk.
Im Rahmen der Hausmesse mit Partnern der Bauchemie und Zulieferern aus der Industrie brachte das Praxisseminar den Innungsmitgliedern und ihren Partnern auf der Baustelle aktuelle Trends und Produktentwicklungen nahe. Einen Schwerpunkt bildeten dabei das barrierefreie Bauen und Umbauen, die Schaffung von Wellness-Inseln und die Möglichkeiten einer in die Baumaßnahmen integrierten energetischen Optimierung von Bädern, Küchen und anderen Räumen mit einem besonderen Schutzbedarf gegen Durchfeuchtung.
